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37 Stunden auf der Flucht

Es ist der Abend am 03.09.2012. Wir sitzen abends in der Lounge unseres Hostels in Guilin (China). Morgen geht unser Zug nach Nanning und von dort werden wir mit einem Bus die Grenze nach Vietnam überschreiten. Das ist unser Plan. Klingt einfach, ist es auch. Doch im Laufe des Abends schmeißen wir unsere Pläne beinahe komplett über den Haufen. Artis etwas besorgt: „Meinst du wir schaffen das?“ Renate: „Das ist ein genialer Plan!“ Ok, wenn Renate das schon sagt, dann ist da was Wahres dran!

Am selben Abend gehen wir noch zum Bahnhof, um weitere Tickets zu kaufen, besorgen etwas zu Essen für die nächsten Tage, holen uns Informationen, die wir für die nächsten Tage benötigen und dann nichts, wie ab in’s Bett. Es wird anstrengend! Wir müssen fit und ausgeschlafen sein.Der Wecker klingelt 6:00 Uhr in der Früh. Unsere Flucht beginnt. Wir schmeißen uns ein wenig Frühstück in den Magen und halten kurz inne. An der Rezeption lässt uns die Nachtwache raus und wünscht uns mit einer auf Englisch auswendig gelernte Phrase: „Have a save trip! Gute Nacht!“ War das gerade Deutsch? Ja anscheinend. „Gute Nacht“ wünschen wir ihm winken auch und laufen bewaffnet mit Instantsuppen, reichlich Instantkaffe und Instanttee los zum Bahnhof.Zug Nr.: K9301 Guilin nach Nanning 65 RMB pro Person. Pünktliche Abfahrt um 8:06 Uhr.  Ein Doppeldecker Wagon und ein steifer harter Sitz.Mit leichter Verspätung und 431 km weiter sind wir um 14:25 Uhr in Nanning angekommen (Endstation). Auf dem Bahnhof wird eine Kleinigkeit gegessen. Ab jetzt würde jeder normale Verstand denken: „Cool! Jetzt suchen die beiden sicherlich einen Bus nach Vietnam.“ Das war unser alter Plan, jetzt warten wir auf unseren nächsten Zug und drehen noch ne Runde in crazy China!Mit Schlafzug Nr. 2637 fahren wir weitere 828 km von Nanning nach Kunming. Mit dem fahren wir wieder pünktlich um 16:20 Uhr ab. Liebe Deutsche Bahn,  an der Pünktlichkeit der Chinesischen Bahn könnt ihr euch gerne eine Scheibe abschneiden!Eins ist uns von vorne rein klar: Es wird eine kurze und anstrengende Nacht. So ist es auch gewesen. Auf den obersten Bänken, welche auch die günstigsten sind, 181 RMB, machen wir es uns gemütlich. Über die Nacht müssen wir nicht viel berichten, das kennt ihr ja schon aus unserem letzten Zugübernachtungserlebnis. Nur, dass wir dieses Mal oben lagen und da die Geräuschkulisse deutlich niedriger ist, nur so als Tipp!

Wir erreichen um 5:37 Uhr in aller Frühe den Bahnhof in Kanming.
Es ist dunkel, stinkt, die ganze Stadt ist auf den Beinen und wir müssten mal dringend für kleine Jungs bzw. Mädchen. Eigentlich berichtet man ja nicht viel über Toiletten, aber dieses Erlebnis möchten wir euch nicht vorenthalten. Wer auf dem Lande aufgewachsen ist, wie wir, weiß, wie Rinder und Kühe im Stall gehalten werden. Sie stehen alle nebeneinander und erledigen ohne Scham und Trennwände ihr Geschäft in eine Abflussrille, welche in regelmäßigen Abständen entleert wird. Das Gleiche hier in China. Nur dass die Geschäfterledigenden alle ganz busy hockend auf ihr Smartphone starren und mehr Zeit als nötig in diesen Dreckslöchern verbringen. Wenn Du selber kein Smartphone hast, kannst Du problemlos bei Deinem Hocknachbarn über die Schulter schauen und vielleicht auch mal ne Runde damit spielen. Dieser Spaß ist natürlich nicht kostenlos: 0,50 RMB pro Gang. Das war es uns wert! Aber jetzt schnell raus aus dieser Spielhölle, Erlebnis aus dem Gedächtnis löschen, denn wir wollten China positiv in Erinnerung behalten!

Bus C73 zum Eastern Busstation wurde schnell gefunden, 5 RMB pro Person gezahlt und eine 45-minütige Fahrt quer durch die Stadt genossen. Kopf wird auf den Rucksack gelegt, die Augen zugemacht und der Busfahrer tritt auf’s Gaspedal – das tut gut, wir sind k.o.

Auch bei der Busstation läuft alles reibungslos: Tickets werden für den ersten Bus Richtung Vietnam gekauft, heißes Wasser gibt’s kostenlos, wie immer und hilfreiche Angestellte weisen uns den Weg. Womit haben wir von der Fahrt bereits gekennzeichneten Touristen das verdient?Auf dem Busbahnhof sind wir mal wieder eine Hauptattraktion. Für uns sind andere Lebewesen interessanter: 4 Gitterboxen vollgestopft mit kleinen Welpen stehen mitten auf dem Busbahnhof und werden in einen Gepäckraum verladen! Was haben die mit den armen Kläffern vor? Man kann es sich denken! Das bricht selbst uns das Herz!Start unserer Busfahrt 09:40 Uhr für 145 RMB p.P. Die 8 Stunden Busfahrt und 3 ½ japanische Filme mit chinesischen Untertiteln haben wir gut überstanden und stehen euphorisch vor dem Ausgang von China in Hekou! Krass, dass wir das erleben! Ausreisestempel wird in den Pass gehauen und wir begeben uns zu Fuß über die Brücke Richtung Lao Cai, Vietnam. Am anderen Flussufer erwartet uns ein neues Land, von dem wir fast nur Gutes gehört haben! Wir freuen uns! Auch hier das gleiche Prozedere: Visum wird geprüft, Identität gecheckt und Einreisestempel reingehauen! Yessa, wir sind drin!Und wie könnten wir besser in Vietnam begrüßt werden, als von einem Schlepper, den wir erst nach ca. 15 Minuten und 1000 Mal: „Thank you, we don’t need a taxi. And no more information!“ loswerden. Und woher, um alles in der Welt, weiß er, dass wir nach Sa Pa wollen? Und dass wir aus Deutschland kommen? „And YES, WE KNOW THAT VIETNAM IS ONE HOUR EARLIER!!!“ Ok, die Uhr ist eine Stunde zurückgestellt worden, es ist 17.00 Uhr, es fahren keine Busse mehr nach Sa Pa und für die letzten 35 km gönnen wir uns mal ein Taxi. Taxikosten: 400.000 Vietnamesische Dong. Das nennt man: Good Price!

Jetzt sind wir hier in Sa Pa und die Planänderung hat sich alle Mal gelohnt! Vielen Dank an Julien und Violaine, die uns von Sa Pa vorgeschwärmt haben und WENN wir schon mal die Welt bereisen, warum dann nicht ein paar Planänderungen vornehmen, um einen der schönsten Orte Vietnams zu sehen?

37 Stunden auf der Flucht

Es ist der Abend am 03.09.2012. Wir sitzen abends in der Lounge unseres Hostels in Guilin (China). Morgen geht unser Zug nach Nanning und von dort werden wir mit einem Bus die Grenze nach Vietnam überschreiten. Das ist unser Plan. Klingt einfach, ist es auch. Doch im Laufe des Abends schmeißen wir unsere Pläne beinahe komplett über den Haufen. Artis etwas besorgt: „Meinst du wir schaffen das?“ Renate: „Das ist ein genialer Plan!“ Ok, wenn Renate das schon sagt, dann ist da was Wahres dran!

Am selben Abend gehen wir noch zum Bahnhof, um weitere Tickets zu kaufen, besorgen etwas zu Essen für die nächsten Tage, holen uns Informationen, die wir für die nächsten Tage benötigen und dann nichts, wie ab in’s Bett. Es wird anstrengend! Wir müssen fit und ausgeschlafen sein.Der Wecker klingelt 6:00 Uhr in der Früh. Unsere Flucht beginnt. Wir schmeißen uns ein wenig Frühstück in den Magen und halten kurz inne. An der Rezeption lässt uns die Nachtwache raus und wünscht uns mit einer auf Englisch auswendig gelernte Phrase: „Have a save trip! Gute Nacht!“ War das gerade Deutsch? Ja anscheinend. „Gute Nacht“ wünschen wir ihm winken auch und laufen bewaffnet mit Instantsuppen, reichlich Instantkaffe und Instanttee los zum Bahnhof.Zug Nr.: K9301 Guilin nach Nanning 65 RMB pro Person. Pünktliche Abfahrt um 8:06 Uhr.  Ein Doppeldecker Wagon und ein steifer harter Sitz.Mit leichter Verspätung und 431 km weiter sind wir um 14:25 Uhr in Nanning angekommen (Endstation). Auf dem Bahnhof wird eine Kleinigkeit gegessen. Ab jetzt würde jeder normale Verstand denken: „Cool! Jetzt suchen die beiden sicherlich einen Bus nach Vietnam.“ Das war unser alter Plan, jetzt warten wir auf unseren nächsten Zug und drehen noch ne Runde in crazy China!Mit Schlafzug Nr. 2637 fahren wir weitere 828 km von Nanning nach Kunming. Mit dem fahren wir wieder pünktlich um 16:20 Uhr ab. Liebe Deutsche Bahn,  an der Pünktlichkeit der Chinesischen Bahn könnt ihr euch gerne eine Scheibe abschneiden!Eins ist uns von vorne rein klar: Es wird eine kurze und anstrengende Nacht. So ist es auch gewesen. Auf den obersten Bänken, welche auch die günstigsten sind, 181 RMB, machen wir es uns gemütlich. Über die Nacht müssen wir nicht viel berichten, das kennt ihr ja schon aus unserem letzten Zugübernachtungserlebnis. Nur, dass wir dieses Mal oben lagen und da die Geräuschkulisse deutlich niedriger ist, nur so als Tipp!

Wir erreichen um 5:37 Uhr in aller Frühe den Bahnhof in Kanming.
Es ist dunkel, stinkt, die ganze Stadt ist auf den Beinen und wir müssten mal dringend für kleine Jungs bzw. Mädchen. Eigentlich berichtet man ja nicht viel über Toiletten, aber dieses Erlebnis möchten wir euch nicht vorenthalten. Wer auf dem Lande aufgewachsen ist, wie wir, weiß, wie Rinder und Kühe im Stall gehalten werden. Sie stehen alle nebeneinander und erledigen ohne Scham und Trennwände ihr Geschäft in eine Abflussrille, welche in regelmäßigen Abständen entleert wird. Das Gleiche hier in China. Nur dass die Geschäfterledigenden alle ganz busy hockend auf ihr Smartphone starren und mehr Zeit als nötig in diesen Dreckslöchern verbringen. Wenn Du selber kein Smartphone hast, kannst Du problemlos bei Deinem Hocknachbarn über die Schulter schauen und vielleicht auch mal ne Runde damit spielen. Dieser Spaß ist natürlich nicht kostenlos: 0,50 RMB pro Gang. Das war es uns wert! Aber jetzt schnell raus aus dieser Spielhölle, Erlebnis aus dem Gedächtnis löschen, denn wir wollten China positiv in Erinnerung behalten!

Bus C73 zum Eastern Busstation wurde schnell gefunden, 5 RMB pro Person gezahlt und eine 45-minütige Fahrt quer durch die Stadt genossen. Kopf wird auf den Rucksack gelegt, die Augen zugemacht und der Busfahrer tritt auf’s Gaspedal – das tut gut, wir sind k.o.

Auch bei der Busstation läuft alles reibungslos: Tickets werden für den ersten Bus Richtung Vietnam gekauft, heißes Wasser gibt’s kostenlos, wie immer und hilfreiche Angestellte weisen uns den Weg. Womit haben wir von der Fahrt bereits gekennzeichneten Touristen das verdient?Auf dem Busbahnhof sind wir mal wieder eine Hauptattraktion. Für uns sind andere Lebewesen interessanter: 4 Gitterboxen vollgestopft mit kleinen Welpen stehen mitten auf dem Busbahnhof und werden in einen Gepäckraum verladen! Was haben die mit den armen Kläffern vor? Man kann es sich denken! Das bricht selbst uns das Herz!Start unserer Busfahrt 09:40 Uhr für 145 RMB p.P. Die 8 Stunden Busfahrt und 3 ½ japanische Filme mit chinesischen Untertiteln haben wir gut überstanden und stehen euphorisch vor dem Ausgang von China in Hekou! Krass, dass wir das erleben! Ausreisestempel wird in den Pass gehauen und wir begeben uns zu Fuß über die Brücke Richtung Lao Cai, Vietnam. Am anderen Flussufer erwartet uns ein neues Land, von dem wir fast nur Gutes gehört haben! Wir freuen uns! Auch hier das gleiche Prozedere: Visum wird geprüft, Identität gecheckt und Einreisestempel reingehauen! Yessa, wir sind drin!Und wie könnten wir besser in Vietnam begrüßt werden, als von einem Schlepper, den wir erst nach ca. 15 Minuten und 1000 Mal: „Thank you, we don’t need a taxi. And no more information!“ loswerden. Und woher, um alles in der Welt, weiß er, dass wir nach Sa Pa wollen? Und dass wir aus Deutschland kommen? „And YES, WE KNOW THAT VIETNAM IS ONE HOUR EARLIER!!!“ Ok, die Uhr ist eine Stunde zurückgestellt worden, es ist 17.00 Uhr, es fahren keine Busse mehr nach Sa Pa und für die letzten 35 km gönnen wir uns mal ein Taxi. Taxikosten: 400.000 Vietnamesische Dong. Das nennt man: Good Price!

Jetzt sind wir hier in Sa Pa und die Planänderung hat sich alle Mal gelohnt! Vielen Dank an Julien und Violaine, die uns von Sa Pa vorgeschwärmt haben und WENN wir schon mal die Welt bereisen, warum dann nicht ein paar Planänderungen vornehmen, um einen der schönsten Orte Vietnams zu sehen?

6 Kommentare

Chinetzen

11 April , 2013 at 4:08 am

Wie lange habt ihr eigentlich gehandelt mit dem Taxifahrer für 400'000 Dong? :-) Kommen in Lao Cai eben auch nach 17 Uhr an...

RenArtis

11 April , 2013 at 5:43 am

Er ist mit Taxometer gefahren! :-D Sind allerdings über die Brücke in die Stadt gelaufen und haben da einen bei seiner Siesta gestört! ;-) Viel Spaß am Grenzübergang - Wie die Geier werden sie über her fallen! Behaltet die Nerven nach diesem Tripp, Sa Pa wird es euch entschädigen! ;-)

Edsi

6 September , 2012 at 12:24 pm

wuaaaaaa! absoluuuut guuuuut! ich liebe es von euch zu lesen!!! keeping you in prayers...!!!

RenArtis

6 September , 2012 at 1:06 pm

Thanks for the flowers and the prayers!

Edi

6 September , 2012 at 5:02 am

Ich hab für den ganzen Februar Urlaub bekommen. Jetzt fehlt nur noch Kathrin :-) . See you in Bali !!!

RenArtis

6 September , 2012 at 5:17 am

Endlos Cool! Das wird schon mit dem Urlaub!

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