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Der letzte Tag
Palau

Der letzte Tag

Irgendwas ist ungewohnt. Ein seltsames Geräusch durchbricht das monotone Brummen der alten Klimaanlage. Ach, das ist nur der Wecker! Dieses Mistding hat uns aus unserem oberflächlichen Schlaf gerissen. Warum klingelt das Ding eigentlich? 7:00 Uhr! Bis zu diesem Moment wussten wir nicht einmal, dass so eine Uhrzeit existiert. 7:00 Uhr! Tzzzzzz… Jeder normale Mensch schläft um diese Zeit, nur Matt und wir nicht. Matt verlässt, wie jeden Morgen, während wir noch schlafen, das Haus und geht zur Arbeit. Und wir? Wir sind aufgeregt und haben noch viel vor! Deswegen auch der Wecker.

Schlaftrunken kriechen wir aus unserem Bett. Bett Nr. 137 auf unserer Reise! Auch diesen Morgen gibt es die volle Breitseite. Eine feucht-schwüle Luft lauert hinter der Zimmertür, die sich während der Nacht nicht abkühlt. So als würde sie jede Nacht geduldig vor unserer Tür verharren, um uns jeden Morgen auf’s Neue mit ihren 35°C aus den Flip Flops zu hauen, sobald wir das kühle Zimmer verlassen.

Mit der ersten Schweißperle auf der Stirn erreichen wir die Küche. Die Auswahl im Kühlschrank ist rar. Ein paar Eier, Brot, Milchpulver und seltsame Pillen. Matt, der ja bereits vor uns sein Haus verlassen hat, ernährt sich vegan. Kurz gesagt isst er nur Müsli mit Milchpulver und die Hühnereier können wir ja nicht hier lassen. Wir schauen uns gegenseitig kurz an und nicken. Heute gibt’s klassisches Frühstück: Omelett mit Brot und ein paar letzte, schlecht schmeckenden Scheiben Ami-Käse aus der never ending XXL-Familienpackung.

Unser Haus der letzten zwei WochenMit Frühstück in der Hand lassen wir uns im Wohnzimmer auf die Sofas fallen. Eine Stille. Wir schweigen uns an, wie jeden Morgen. Morgens, da sind wir nicht besonders gesprächig. Jeder ist in seinen Gedanken versunken, denkt über den anstehenden Tag nach oder versucht den Sinn der letzten Träume zu deuten.

Was ist das?“, die Frau durchbricht die Stille.
Was?

So viel Gesprächsstoff hatten wir das letzte Mal… wissen wir gar nicht mehr so Recht.
Auf dem Tisch liegen einige Bücher und eine Notiz darauf.

Lieber Artis und liebe Renate!

Ich bin schon auf der Arbeit!
Ich werde euch wohl nicht mehr sehen. Gerne hätte ich mich persönlich bei euch verabschiedet.
Es war schön, euch kennen zu lernen!
Ich wünsche euch beiden eine gute Heimreise!

Mit freundlichen Grüßen
Matt

Wir schauen uns an: Heimreise? Heimreise! Plötzlich wird es uns bewusst: Unser letzter Tag. Genauer gesagt: Der letzte Tag unserer Reise! Eine Reise, auf die wir ewig lange hingefiebert haben. Eine Reise, für die wir unser Zuhause aufgaben. Einer Reise, für die wir uns die letzten Jahre so ziemlich aufgeopfert haben. Nebenjobs über Nebenjobs. Pferdeäpfel durch die Gegend gekarrt. Von Flohmarkt zu Flohmarkt – unseren Haushalt aufgelöst. Jobs gekündigt und Freunde sowie Familie verlassen. Eine Reise, die uns den vorletzten Cent gekostet hat. Wofür das alles?

Na, für unsere Traumreise!

18. Es ist einfach super Cool!

Eine Reise, die jeden Cent wert war!

GeldproblemeAuf dieses Gefühlschaos müssen wir erst einmal etwas Trinken und schlendern in das nächste Café. Erst auf dem Heimweg bemerken wir, dass wir in dieser absoluten Ausnahmesituation die Schlüssel vom Haus vergessen haben! Und Matt, der ist ja auf Arbeit, den bekommen wir heute nicht mehr zu sehen. Ups! Ähm ja, wie bekommen wir unsere Taschen gepackt?

Becks

Etwas nervös suchen wir ein offenes Fenster, werden allerdings nur bei den vergitterten fündig. Aber dann entdecken wir doch eins! 1. OG, das könnte was werden! Gekonnt steigt Artis ein und öffnet seiner erleichterten Dame die Haustür.

Jetzt aber nichts wie los – Rucksäcke packen! Als wir dann dabei sind fühlt es sich ganz komisch an. Die ganze Situation erinnert an einen Umzug. Als wenn die letzten Kisten gepackt werden.Man fragt sich: „Habe ich die Kisten gut beschriftet? Ist alles sicher verpackt? Was trage ich morgen? Zahnbürste, Deo, Kamm dabei? Vielleicht noch ein leichter Pulli, falls es kalt wird. Ach, den Pulli haben wir nicht mehr. Gespendet in Laos. Egal, wird schon nicht kalt.„, denken wir so naiv, wie wir sind. „In Deutschland ist doch bereits Sommer, oder etwa nicht?“

Unsere wenigen, durchgetragenen Klamotten, Durchfalltabletten und der restliche Kram werden jetzt gut verschlossen und morgen dann im neuen Heim wieder ausgepackt, denn in der Heimat, so nennen wir das nächste Land mal, da haben wir ja auch nichts. Nur unsere mit Landesflaggen benähten Taschen und unsere lieben Freunde und Familien, die noch nichts von unserem unerwarteten Heimflug wissen! Nervös laufen wir um die in 5 Minuten gepackten Taschen rum. Wir müssen erst in 10 Stunden los. Was machen wir mit der restlichen Zeit? Bummeln, überteuerte Souvenire kaufen, essen, lesen, nervös an den Fingernägeln knabbern.

Ja, so fühlt sich das an für uns. Ganz komisch auf jeden Fall. Wie immer, wenn wir unsere Taschen packen und in ein neues Land aufbrechen.

Wir heben ab richtung Heimat

 

 

Der letzte Tag
Palau

Der letzte Tag

Irgendwas ist ungewohnt. Ein seltsames Geräusch durchbricht das monotone Brummen der alten Klimaanlage. Ach, das ist nur der Wecker! Dieses Mistding hat uns aus unserem oberflächlichen Schlaf gerissen. Warum klingelt das Ding eigentlich? 7:00 Uhr! Bis zu diesem Moment wussten wir nicht einmal, dass so eine Uhrzeit existiert. 7:00 Uhr! Tzzzzzz… Jeder normale Mensch schläft um diese Zeit, nur Matt und wir nicht. Matt verlässt, wie jeden Morgen, während wir noch schlafen, das Haus und geht zur Arbeit. Und wir? Wir sind aufgeregt und haben noch viel vor! Deswegen auch der Wecker.

Schlaftrunken kriechen wir aus unserem Bett. Bett Nr. 137 auf unserer Reise! Auch diesen Morgen gibt es die volle Breitseite. Eine feucht-schwüle Luft lauert hinter der Zimmertür, die sich während der Nacht nicht abkühlt. So als würde sie jede Nacht geduldig vor unserer Tür verharren, um uns jeden Morgen auf’s Neue mit ihren 35°C aus den Flip Flops zu hauen, sobald wir das kühle Zimmer verlassen.

Mit der ersten Schweißperle auf der Stirn erreichen wir die Küche. Die Auswahl im Kühlschrank ist rar. Ein paar Eier, Brot, Milchpulver und seltsame Pillen. Matt, der ja bereits vor uns sein Haus verlassen hat, ernährt sich vegan. Kurz gesagt isst er nur Müsli mit Milchpulver und die Hühnereier können wir ja nicht hier lassen. Wir schauen uns gegenseitig kurz an und nicken. Heute gibt’s klassisches Frühstück: Omelett mit Brot und ein paar letzte, schlecht schmeckenden Scheiben Ami-Käse aus der never ending XXL-Familienpackung.

Unser Haus der letzten zwei WochenMit Frühstück in der Hand lassen wir uns im Wohnzimmer auf die Sofas fallen. Eine Stille. Wir schweigen uns an, wie jeden Morgen. Morgens, da sind wir nicht besonders gesprächig. Jeder ist in seinen Gedanken versunken, denkt über den anstehenden Tag nach oder versucht den Sinn der letzten Träume zu deuten.

Was ist das?“, die Frau durchbricht die Stille.
Was?

So viel Gesprächsstoff hatten wir das letzte Mal… wissen wir gar nicht mehr so Recht.
Auf dem Tisch liegen einige Bücher und eine Notiz darauf.

Lieber Artis und liebe Renate!

Ich bin schon auf der Arbeit!
Ich werde euch wohl nicht mehr sehen. Gerne hätte ich mich persönlich bei euch verabschiedet.
Es war schön, euch kennen zu lernen!
Ich wünsche euch beiden eine gute Heimreise!

Mit freundlichen Grüßen
Matt

Wir schauen uns an: Heimreise? Heimreise! Plötzlich wird es uns bewusst: Unser letzter Tag. Genauer gesagt: Der letzte Tag unserer Reise! Eine Reise, auf die wir ewig lange hingefiebert haben. Eine Reise, für die wir unser Zuhause aufgaben. Einer Reise, für die wir uns die letzten Jahre so ziemlich aufgeopfert haben. Nebenjobs über Nebenjobs. Pferdeäpfel durch die Gegend gekarrt. Von Flohmarkt zu Flohmarkt – unseren Haushalt aufgelöst. Jobs gekündigt und Freunde sowie Familie verlassen. Eine Reise, die uns den vorletzten Cent gekostet hat. Wofür das alles?

Na, für unsere Traumreise!

18. Es ist einfach super Cool!

Eine Reise, die jeden Cent wert war!

GeldproblemeAuf dieses Gefühlschaos müssen wir erst einmal etwas Trinken und schlendern in das nächste Café. Erst auf dem Heimweg bemerken wir, dass wir in dieser absoluten Ausnahmesituation die Schlüssel vom Haus vergessen haben! Und Matt, der ist ja auf Arbeit, den bekommen wir heute nicht mehr zu sehen. Ups! Ähm ja, wie bekommen wir unsere Taschen gepackt?

Becks

Etwas nervös suchen wir ein offenes Fenster, werden allerdings nur bei den vergitterten fündig. Aber dann entdecken wir doch eins! 1. OG, das könnte was werden! Gekonnt steigt Artis ein und öffnet seiner erleichterten Dame die Haustür.

Jetzt aber nichts wie los – Rucksäcke packen! Als wir dann dabei sind fühlt es sich ganz komisch an. Die ganze Situation erinnert an einen Umzug. Als wenn die letzten Kisten gepackt werden.Man fragt sich: „Habe ich die Kisten gut beschriftet? Ist alles sicher verpackt? Was trage ich morgen? Zahnbürste, Deo, Kamm dabei? Vielleicht noch ein leichter Pulli, falls es kalt wird. Ach, den Pulli haben wir nicht mehr. Gespendet in Laos. Egal, wird schon nicht kalt.„, denken wir so naiv, wie wir sind. „In Deutschland ist doch bereits Sommer, oder etwa nicht?“

Unsere wenigen, durchgetragenen Klamotten, Durchfalltabletten und der restliche Kram werden jetzt gut verschlossen und morgen dann im neuen Heim wieder ausgepackt, denn in der Heimat, so nennen wir das nächste Land mal, da haben wir ja auch nichts. Nur unsere mit Landesflaggen benähten Taschen und unsere lieben Freunde und Familien, die noch nichts von unserem unerwarteten Heimflug wissen! Nervös laufen wir um die in 5 Minuten gepackten Taschen rum. Wir müssen erst in 10 Stunden los. Was machen wir mit der restlichen Zeit? Bummeln, überteuerte Souvenire kaufen, essen, lesen, nervös an den Fingernägeln knabbern.

Ja, so fühlt sich das an für uns. Ganz komisch auf jeden Fall. Wie immer, wenn wir unsere Taschen packen und in ein neues Land aufbrechen.

Wir heben ab richtung Heimat

 

 

13 Kommentare

Stefan

12 Juli , 2013 at 6:41 pm

Mensch, seit ihr zurück?? Unglaublich!! Seit nicht Traurig, wir planen auch schon unsere nächste Reise! Dann mit dem eigenen Auto, es ist schon gekauft und heisdt Grisu!

RenArtis

15 Juli , 2013 at 7:13 pm

Dann sind wir gespannt auf Grisu und sein Abenteuer!!! Auf dem selben Blog?

johann

22 Juni , 2013 at 6:29 pm

Heute in Varl: das ist doch..., ja er ist es!! Braun, sieht aus wie FREITAG (gestrandet), sogar die Shorts ist bekannt (von Fotos). Er hilft schon beim bauen einer neuen Kirche, unglaublich!!! Da sage einer noch: die Jugend von HEUTE!!!! Und dennoch: wir wohnen ca. 2 km weiter, wie wäre es mal mit einem Besuch???

RenArtis

23 Juni , 2013 at 6:56 pm

So lange er arbeitslos ist, engagiert er sich ehrenamtlich! Hab den Johann auch letztens auf einer Straßenkreuzung gesehen! ;-) Ich komm dann mal demnächst vorbei! :-)

Pa-Ma

18 Juni , 2013 at 9:58 pm

Überraschung!?! Das war ne ÜBERRASCHUNG!!!!-nichts des Gleichen!

Jenfa

18 Juni , 2013 at 8:30 pm

Oh man ihr seit echt cool!:D Ich hoffe zutiefst das unsere Reaktionsvideos den Weg hier her nicht finden!

RenArtis

19 Juni , 2013 at 3:01 pm

NIEMALS, Jeffa, niemals! :-D

0lja :)

18 Juni , 2013 at 6:48 pm

:D Sehr cool, sehr cool! Und Renate ist wieder erster mit Einpacken... ;)

RenArtis

19 Juni , 2013 at 3:00 pm

Artis albert immer rum, deswegen! ;-)

Manuela

18 Juni , 2013 at 9:25 am

Witziges Video :-) Eure Leute haben nichts von eurem Heimflug gewusst? Was haben die denn gedacht wann ihr kommt? Grüßle Manuela

RenArtis

18 Juni , 2013 at 2:45 pm

Da gibt's noch ein witzigeres Video drüber, was die gedacht haben! :-P

0lja :)

18 Juni , 2013 at 6:48 pm

... Seid ihr bescheuert?!? ;D

RenArtis

19 Juni , 2013 at 3:00 pm

:-D

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