Die Terrassen von Banaue

Wozu die ganzen Strapazen auf sich nehmen? Warum sich quälen? Warum aufgeschwollene Füße, wie die eines Elefanten in Kauf nehmen? Wofür die schlaflosen Nächte im Nachtbus?

Ganz einfach! Dafür:

Nach der eher unangenehmen Nachtfahrt mit dem Bus sind wir früh morgens mit einem atemberaubenden Sonnenaufgang in über 2500 Metern begrüßt worden. Mehrere scharfe Bergspitzen lächeln uns an. Eine atemberaubende Schönheit dieser Ort! Die Strapazen werden belohnt und sind von einem Moment auf den anderen vergessen.

Der Ort an sich ist für den einen oder anderen eher unspektakulär.

Doch das, was drum herum liegt: Einzigartig! Hier weitet sich der Blick!

Das Unesco-Welterbe raubt uns schlichtweg den Atem! Vor ca. 2000 Jahren wurden hier mit einfachstem Werkzeug und knochiger Schwerstarbeit, Reisterrassen aus dem Berg gehauen und mit einem genialen Bewässerungssystem versehen, welches heute noch einwandfrei funktioniert!

Morgens angekommen nisten wir uns erst einmal in einem Gästehaus (People’s Lodge) für einen 2-3 Stündchen Schlaf ein. Vom Hunger getrieben, raffen wir unsere müden Körper auf und frühstücken mit der wohl bisher grandiosesten Aussicht!

Während dem Frühstück werden wir gefragt: „Wollt ihr euch uns anschließen? Wir wollen für zwei Tage wandern gehen.
Renartis: „Naja, wir sind heute Morgen um 6 hier angekommen und fühlen uns noch ein wenig groggy…
Wir sind heute Morgen um 4 hier gelandet und uns geht’s genau wie euch!
Na, wenn sich da mal nicht ne fitte Gruppe gefunden hat!

Kurze Zeit später sind wir auch schon auf dem Weg: 3 Tschechen, ein Philippino und Renartis. Was wir in Sa Pa, Vietnam nicht mehr geschafft haben, holen wir in Banaue mit einem 30-km-Trek nach!

Staunend streifen wir durch die Reisterrassen, balancieren über die schmalen Pfade und bleiben ab und an mal stehen, um die unschlagbare Aussicht zu genießen! Wir beobachten Frauen und Männer, die heute noch so, wie vor mehreren tausend Jahren bis zu den Waden im Wasser stehen und Setzling für Setzling umpflanzen, um den möglichst größten Gewinn der Reispflanze zu erwirtschaften. Ihr Tageslohn ist der Reis. Geld verdient man in Europa, aber nicht hier. Diese Menschen haben unseren vollsten Respekt und wir beherzigen auch ihren Wunsch bei der Arbeit nicht fotografiert zu werden.

Unsere Übernachtung in einer typischen Berghütte trägt ihren Teil zu dem perfekten Trek bei! Einen Wecker benötigt man hier nicht, denn man wird von der Dorfgemeinschaft wach gesungen, die sich direkt unter der Hütte der Fremdlinge versammelt hat, Volkslieder singt und bereits die erste Flasche Reiswein rumreicht. Der Duft vom frischen Kaffee, die aufgehende Sonne im Nacken und der Ausblick machen das Frühstück nahezu perfekt und lassen einen die nächtlichen Hüttenbesucher (Kakerlakos) wieder vergessen.


Der Weg zurück in die Stadt wird angebrochen. Er ist schweißtreibend, muskelzerrend und bei kontinuierlichem Bergauf ganz schön ermüdend. Doch auch hier wieder: Die Aussicht treibt an und ist jeden Schweißtropfen wert! Wir belohnen uns außerdem mit einem Abstecher zum Nahe gelegenen Wasserfall – genial! Am Abend fallen wir völlig erschöpft in’s Bett und wieder bleibt uns nichts anderes zu sagen, als „Danke Gott, dass wir auf dieser Reise sind und die Tschechen zur rechten Zeit am rechten Ort die Richtigen gefragt haben!

Trekking in Banaue – ein absolutes Muss auf einer Philippinenreise und auf einer Weltreise sowieso!

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