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Im Tiefenrausch
Indonesien

Im Tiefenrausch

Mit einer gekonnten Rückwärtsrolle vom Bootsrand landen wir mit unserer gesamten Ausrüstung im Wasser. Nach einer scheinbar unkontrollierten Drehung verliert jeder von uns für einen Bruchteil der Sekunde die Orientierung. Das türkisblaue, 32°C warme, salzige Meerwasser kühlt unsere Körper für den ersten Moment ab, doch an der Wasseroberfläche macht sich kein besonders spürbarer Temperaturunterschied zur Luft bemerkbar, denn die Sonnenstrahlen wärmen hier oben noch. Nach der Rolle, ein erster Blick zur Orientierung  – Immer noch an der Wasseroberfläche. Ok! Wir blasen unsere Westen mit Luft auf, geben an die Bootscrew ein Ok- Zeichen und schwimmen ein Stück weit weg vom Boot.

Wir formatieren uns bei leichtem Wellengang zu einem Kreis, nehmen den Lungenautomaten in den Mund und geben uns das nächste Zeichen für’s Abtauchen. Den Deflator ständig betätigend, lassen wir die Luft aus der Weste und tauchen langsam unter die Wasseroberfläche, bis nur noch verbrauchte Sauerstoffblasen sichtbar sind.

Unter uns öffnet sich ein Riff. Jeder einzelne Quadratmeter ist mit Leben gefüllt. Korallen und Fische tummeln sich dort herum und wir wollen Teil haben an der atemberaubenden Unterwasserwelt. Wir sinken weiter. Auf den ersten 5 Metern macht sich der Druck auf den Ohren bemerkbar. Wir gleichen ihn aus und tauchen weiter ab. Tiefer, immer tiefer! Tausende Sonnenstrahlen brechen durch das Meereswasser und bahnen sich ihren Weg bis zum Meeresgrund auf 12 Meter. Beinahe schwerelos gleiten wir über den Meeresboden Richtung Riff und werden von zahlreichen Fischen, die wir in unserem Leben so noch niemals live gesehen haben, begleitet.

Und nun ist sie da! Die versprochene Strömung. Wie vorher auf dem Boot besprochen, lassen wir uns entlang dem Riff mehrere Meter mit der Strömung treiben, bis es unerwartet noch tiefer ins dunkle Blau geht. Hier muss es sein! Wir arbeiten uns leicht gegen die Strömung und tauchen tiefer – 12 m in das ungewisse dunkle Blau.

Der Druck wird stärker und wir lernen spielerisch mit ihm um zu gehen. Doch wir sind aufgeregt. Jetzt bloß das tiefe Ein- und Ausatmen nicht vergessen und den Lungenautomaten nicht aus dem Mund fallen lassen! Und dann plötzlich! Es verschlägt uns beinahe den Atem! Da ist sie! Die Bounty! In 18 Meter Tiefe liegt sie seelenruhig für immer begraben. Ein gesunkenes Stahlkoloss aus früheren Zeiten. Womit einst Seeleute das Meer befuhren, ist nun ein zu Hause für unzählige Korallen und Fische geworden.

Wir tauchen ehrfürchtig und vorsichtig ein Mal um das alte Schiff herum, bis einer von uns ein Handzeichen gibt – die Fäuste übereinander, sodass Daumen nach links und rechts zeigen.  Nahezu majestätisch und schwerelos gleitet eine riesige Schildkröte durch eines mit der Zeit gebildeten Löcher im Wrack hindurch. Für einen Moment stiehlt der lebende, uralte Panzer der Bounty die Show, bis diese irgendwann langsam und unauffällig von der Bildfläche verschwindet.

Ein Blick auf den Manometer. Unsere Luft wird langsam knapp. Nach einer Stunde ist es Zeit wieder langsam an die Wasseroberfläche, in die gewohnte Umgebung aufzutauchen.

Zurück an Bord werden Glückwünsche ausgesprochen. Wir sind nun nach Tauchgang Nr. 4 und viel theoretischem Kram, offizielle Open Water Diver! Auf dem Weg zurück nach Gili Air sammeln wir noch zwei andere Konsorten im Meer auf. Free Diver nennen sich die beiden saucoolen Typen, die sich gerade eine Zigarette zwischen den nassen Lippen anzünden. Eine Minute ohne Sauerstoff in 20 Meter Tiefe. Nur Brille und Flossen. Das klingt doch nach einer neuen Herausforderung, denkt sich Artis.

Im Tiefenrausch
Indonesien

Im Tiefenrausch

Mit einer gekonnten Rückwärtsrolle vom Bootsrand landen wir mit unserer gesamten Ausrüstung im Wasser. Nach einer scheinbar unkontrollierten Drehung verliert jeder von uns für einen Bruchteil der Sekunde die Orientierung. Das türkisblaue, 32°C warme, salzige Meerwasser kühlt unsere Körper für den ersten Moment ab, doch an der Wasseroberfläche macht sich kein besonders spürbarer Temperaturunterschied zur Luft bemerkbar, denn die Sonnenstrahlen wärmen hier oben noch. Nach der Rolle, ein erster Blick zur Orientierung  – Immer noch an der Wasseroberfläche. Ok! Wir blasen unsere Westen mit Luft auf, geben an die Bootscrew ein Ok- Zeichen und schwimmen ein Stück weit weg vom Boot.

Wir formatieren uns bei leichtem Wellengang zu einem Kreis, nehmen den Lungenautomaten in den Mund und geben uns das nächste Zeichen für’s Abtauchen. Den Deflator ständig betätigend, lassen wir die Luft aus der Weste und tauchen langsam unter die Wasseroberfläche, bis nur noch verbrauchte Sauerstoffblasen sichtbar sind.

Unter uns öffnet sich ein Riff. Jeder einzelne Quadratmeter ist mit Leben gefüllt. Korallen und Fische tummeln sich dort herum und wir wollen Teil haben an der atemberaubenden Unterwasserwelt. Wir sinken weiter. Auf den ersten 5 Metern macht sich der Druck auf den Ohren bemerkbar. Wir gleichen ihn aus und tauchen weiter ab. Tiefer, immer tiefer! Tausende Sonnenstrahlen brechen durch das Meereswasser und bahnen sich ihren Weg bis zum Meeresgrund auf 12 Meter. Beinahe schwerelos gleiten wir über den Meeresboden Richtung Riff und werden von zahlreichen Fischen, die wir in unserem Leben so noch niemals live gesehen haben, begleitet.

Und nun ist sie da! Die versprochene Strömung. Wie vorher auf dem Boot besprochen, lassen wir uns entlang dem Riff mehrere Meter mit der Strömung treiben, bis es unerwartet noch tiefer ins dunkle Blau geht. Hier muss es sein! Wir arbeiten uns leicht gegen die Strömung und tauchen tiefer – 12 m in das ungewisse dunkle Blau.

Der Druck wird stärker und wir lernen spielerisch mit ihm um zu gehen. Doch wir sind aufgeregt. Jetzt bloß das tiefe Ein- und Ausatmen nicht vergessen und den Lungenautomaten nicht aus dem Mund fallen lassen! Und dann plötzlich! Es verschlägt uns beinahe den Atem! Da ist sie! Die Bounty! In 18 Meter Tiefe liegt sie seelenruhig für immer begraben. Ein gesunkenes Stahlkoloss aus früheren Zeiten. Womit einst Seeleute das Meer befuhren, ist nun ein zu Hause für unzählige Korallen und Fische geworden.

Wir tauchen ehrfürchtig und vorsichtig ein Mal um das alte Schiff herum, bis einer von uns ein Handzeichen gibt – die Fäuste übereinander, sodass Daumen nach links und rechts zeigen.  Nahezu majestätisch und schwerelos gleitet eine riesige Schildkröte durch eines mit der Zeit gebildeten Löcher im Wrack hindurch. Für einen Moment stiehlt der lebende, uralte Panzer der Bounty die Show, bis diese irgendwann langsam und unauffällig von der Bildfläche verschwindet.

Ein Blick auf den Manometer. Unsere Luft wird langsam knapp. Nach einer Stunde ist es Zeit wieder langsam an die Wasseroberfläche, in die gewohnte Umgebung aufzutauchen.

Zurück an Bord werden Glückwünsche ausgesprochen. Wir sind nun nach Tauchgang Nr. 4 und viel theoretischem Kram, offizielle Open Water Diver! Auf dem Weg zurück nach Gili Air sammeln wir noch zwei andere Konsorten im Meer auf. Free Diver nennen sich die beiden saucoolen Typen, die sich gerade eine Zigarette zwischen den nassen Lippen anzünden. Eine Minute ohne Sauerstoff in 20 Meter Tiefe. Nur Brille und Flossen. Das klingt doch nach einer neuen Herausforderung, denkt sich Artis.

12 Kommentare

Manuela

7 Mai , 2013 at 11:42 am

Willkommen im Unterwasserclub :-) Schön das ihr auch so geflasht seit ;-) LG Manuela

RenArtis

7 Mai , 2013 at 12:02 pm

Es ist der WAHNSINN!

die Raaben

7 Mai , 2013 at 8:09 am

Leute ihr seid echt sowas von cool... ich wär zu sehr Weichei... gibts da nicht Haie?? Ich krieg schon im Atoll fast Panik wenn ich unter Wasser in die Ferne schaue ;-) .. Auf jeden Fall habt ihr meinen Respekt.. I froi mi auf Euch... übrigens - wir sind jetzt offiziell Brüder und Schwestern im HERRN :-D

RenArtis

7 Mai , 2013 at 12:02 pm

DAS haben wir uns auch gedacht! :-D Haben so oft an Euch denken müssen und auch an Deine Taufe, Schwester! Freuen uns soooo sehr mit Dir!

Regers

6 Mai , 2013 at 2:34 pm

Total spannend :-) Schade, dass das Berichte lesen bald vorbei ist....

RenArtis

7 Mai , 2013 at 12:01 pm

Wer sagt denn sowas? ;-) Das Leben mit Regeranzkis ist auch berichtenswert! ;-)

Olja

6 Mai , 2013 at 11:13 am

Aaaaaaaaaahh!! :D Hammer!! :) Das war so spannend zu lesen... :D ... Mal wieder! ;) Mega schön, die Natur! :) ... Mal wider! ;)

RenArtis

7 Mai , 2013 at 12:00 pm

Wir danken. Mal wieder! ;-)

Pa-Ma

5 Mai , 2013 at 7:12 pm

Und noch ein Paar Eltern: Super schön! Bestimmt ein atemberaubendes Gefühl!!! Artis, hast du dich umbenennen lassen?

RenArtis

7 Mai , 2013 at 12:00 pm

Warum umbennenen? :-D

Papa und Mama

5 Mai , 2013 at 6:57 pm

Kinder wir beneiden und sind Stolz auf euch. Schöne Grüsse auch Sonnigen Deutschland !

RenArtis

7 Mai , 2013 at 11:59 am

Vielen Dank an das sonnige Deutschland. Es wird wohl Zeit zurück zu kommen! ;-)

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