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Harte Schale, weicher Kern

Mama und Papa kommen mit dem Auto nach Hause. Papa parkt in aller Ruhe das verbeulte Familienauto (Marke Japaner). In derselben Zeit schreit die Mutter quer über die Straße ans andere Ende die Tochter nach Hause: ALINA!!! Komm nach Hause! Aber schnell!!! ALINA!!!
Die Tochter kommt erschrocken angelaufen.
Mutter: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? Sie wird lauter: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? (Dabei ist die Mutter noch nicht einmal im Haus gewesen…)
Die Mutter zerrt das arme Mädchen am Arm ins Haus.
Immer wieder hört man laut aus dem Haus die Frage: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? Die etwas ältere Schwester kommt vom Spielen auch ins Haus und schreit ebenfalls das kleine arme Mädchen an: Hab ich dir doch gesagt, du sollst aufräumen!!! Warum hast du nicht aufgeräumt???
Mutter: Hast du den Hund gefüttert? Sie wird noch lauter: Hast du den Hund gefüttert? NEIN???
Warum hast du den Hund nicht gefüttert? Jetzt ist der kleine Bello hungrig! Wie konntest du ihn nicht füttern?
5 Minuten später spielen die Mädels wieder auf der Straße als sei nichts gewesen und die Mutter zupft seelenruhig im Garten Unkraut. Als sei nichts gewesen.
Wieder nach 5 Minuten die nächste lautstarke Auseinandersetzung. Die Russen haben einen groben Umgang miteinander, was aber sehr normal zu sein scheint. Im nächsten Moment sind sie auch wieder sehr herzlich und liebevoll zu einander. Auf den ersten Blick scheinen die Russen eine sehr harte Schale zu haben (sehr barsch und abweisend zu sein), doch geht man ein wenig auf sie ein, fragt etwas oder bedankt sich, huscht auch ihnen ein Lächeln über die Lippen, denn in Wahrheit haben sie einen weichen Kern. Wenn in Deutschland jemand so angepatzt werden würde, würde gleich die Welt untergehen. Hier bleibt man völlig ruhig, denn das scheint an der Tagesordnung zu stehen. Noch eine typische Eigenschaft der Russen ist Folgende: Sie zwingen einem alles auf! „Los, das musst Du essen! Und das musst Du unbedingt probieren!“ Ob Du noch Platz im Magen hast, oder gerade vom Kotzen kommst, egal: Du MUSST das jetzt probieren, das ist gesund (hier ist alles natürlich und gesund, auch das Bier und das „Baikalwasser“, außer die chinesiche Import-Ware)! Am Anfang eine sehr lästige Eigenschaft, doch im Endeffekt sind wir sehr dankbar dafür, denn sonst hätten wir die Hälfte der Dinge hier nicht probiert, sei es Essen, Trinken, oder sonstige Aktivitäten. Was uns hier noch aufgefallen ist, ist die Spontanität! Hier wird das Leben gelebt, wie es ist. Hat man die Gelegenheit für 2 Tage weg zu fahren, werden spontan alle Sachen ins Auto geschmissen und los geht’s. Kind, Freunde, Mann und Frau (alle übrigens unangeschnallt) fahren einfach mal drauf los. 500 km sind hier ein Klacks, das ist doch keine Entfernung! Diese Dimensionen gibt es wahrscheinlich auch nur hier im Riesenrussland. Sie sind interessant, die Russen. Wir mögen sie sehr! Vor allem unsere Freunde hier! Sie sind die Herzlichkeit in Person, haben sich Urlaub extra für uns genommen, stellen uns die Datscha zur Verfügung, nehmen sich sehr viel Zeit für uns und zeigen uns Russland von der bestmöglichen Seite, damit wir auf jeden Fall wieder kommen! Wir wollen unbedingt wieder kommen, nicht nur wegen Russland, sonder mehr noch wegen der Freunde, die wir hier gefunden haben! Wenn wir hier eins gelernt haben, dann ist es Folgendes: Freunde zählen hier wahnsinnig viel! Ruft Dich ein Freund an und bittet Dich um etwas, wird dieses sofort erledigt, denn die Leute hier wissen, dass der Freund genauso gehandelt hätte! Es ist einfach schön zu sehen und etwas, was wir uns auf jeden Fall aneignen wollen! Wir wurden hier vielen Menschen vorgestellt und eins, was ausnahmslos alle gesagt haben ist, dass wir nun auch ihre Freunde sind und wenn etwas sein sollte, können wir uns gerne melden, sie werden alles Mögliche für uns einrichten. Hier brauchen Freunde sich nicht anzumelden, sie kommen vorbei und man hat Zeit für sie. Wird es mal zu laut, meckert hier kein Nachbar. Nein, der Nachbar kommt auch rüber und trinkt nen Tee oder nen Wodka mit. So sind sie hier, die Russen, sehr, sehr, sehr herzlich! Pa russki würden wir sagen: Otschen dobrije Ludje! Danke Onkel Kolja, Tante Toma, Wlad, Nastja, Anton, Jana, Egor und Andreij! Ihr habt uns Russlands wahres Gesicht gezeigt und es zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht! Wir werden Euch, die Datscha, die Banja, den Kwas, den Omel und die Piraschki vermissen!

Wir verlassen heute das unendlich weite, schoene, interessante, gewoehnungsbeduerftige Russland und starten Transib Teil 2. Wir melden uns aus dem naechsten Land… Paka!

Harte Schale, weicher Kern

Mama und Papa kommen mit dem Auto nach Hause. Papa parkt in aller Ruhe das verbeulte Familienauto (Marke Japaner). In derselben Zeit schreit die Mutter quer über die Straße ans andere Ende die Tochter nach Hause: ALINA!!! Komm nach Hause! Aber schnell!!! ALINA!!!
Die Tochter kommt erschrocken angelaufen.
Mutter: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? Sie wird lauter: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? (Dabei ist die Mutter noch nicht einmal im Haus gewesen…)
Die Mutter zerrt das arme Mädchen am Arm ins Haus.
Immer wieder hört man laut aus dem Haus die Frage: Warum hast du zu Hause nicht aufgeräumt? Die etwas ältere Schwester kommt vom Spielen auch ins Haus und schreit ebenfalls das kleine arme Mädchen an: Hab ich dir doch gesagt, du sollst aufräumen!!! Warum hast du nicht aufgeräumt???
Mutter: Hast du den Hund gefüttert? Sie wird noch lauter: Hast du den Hund gefüttert? NEIN???
Warum hast du den Hund nicht gefüttert? Jetzt ist der kleine Bello hungrig! Wie konntest du ihn nicht füttern?
5 Minuten später spielen die Mädels wieder auf der Straße als sei nichts gewesen und die Mutter zupft seelenruhig im Garten Unkraut. Als sei nichts gewesen.
Wieder nach 5 Minuten die nächste lautstarke Auseinandersetzung. Die Russen haben einen groben Umgang miteinander, was aber sehr normal zu sein scheint. Im nächsten Moment sind sie auch wieder sehr herzlich und liebevoll zu einander. Auf den ersten Blick scheinen die Russen eine sehr harte Schale zu haben (sehr barsch und abweisend zu sein), doch geht man ein wenig auf sie ein, fragt etwas oder bedankt sich, huscht auch ihnen ein Lächeln über die Lippen, denn in Wahrheit haben sie einen weichen Kern. Wenn in Deutschland jemand so angepatzt werden würde, würde gleich die Welt untergehen. Hier bleibt man völlig ruhig, denn das scheint an der Tagesordnung zu stehen. Noch eine typische Eigenschaft der Russen ist Folgende: Sie zwingen einem alles auf! „Los, das musst Du essen! Und das musst Du unbedingt probieren!“ Ob Du noch Platz im Magen hast, oder gerade vom Kotzen kommst, egal: Du MUSST das jetzt probieren, das ist gesund (hier ist alles natürlich und gesund, auch das Bier und das „Baikalwasser“, außer die chinesiche Import-Ware)! Am Anfang eine sehr lästige Eigenschaft, doch im Endeffekt sind wir sehr dankbar dafür, denn sonst hätten wir die Hälfte der Dinge hier nicht probiert, sei es Essen, Trinken, oder sonstige Aktivitäten. Was uns hier noch aufgefallen ist, ist die Spontanität! Hier wird das Leben gelebt, wie es ist. Hat man die Gelegenheit für 2 Tage weg zu fahren, werden spontan alle Sachen ins Auto geschmissen und los geht’s. Kind, Freunde, Mann und Frau (alle übrigens unangeschnallt) fahren einfach mal drauf los. 500 km sind hier ein Klacks, das ist doch keine Entfernung! Diese Dimensionen gibt es wahrscheinlich auch nur hier im Riesenrussland. Sie sind interessant, die Russen. Wir mögen sie sehr! Vor allem unsere Freunde hier! Sie sind die Herzlichkeit in Person, haben sich Urlaub extra für uns genommen, stellen uns die Datscha zur Verfügung, nehmen sich sehr viel Zeit für uns und zeigen uns Russland von der bestmöglichen Seite, damit wir auf jeden Fall wieder kommen! Wir wollen unbedingt wieder kommen, nicht nur wegen Russland, sonder mehr noch wegen der Freunde, die wir hier gefunden haben! Wenn wir hier eins gelernt haben, dann ist es Folgendes: Freunde zählen hier wahnsinnig viel! Ruft Dich ein Freund an und bittet Dich um etwas, wird dieses sofort erledigt, denn die Leute hier wissen, dass der Freund genauso gehandelt hätte! Es ist einfach schön zu sehen und etwas, was wir uns auf jeden Fall aneignen wollen! Wir wurden hier vielen Menschen vorgestellt und eins, was ausnahmslos alle gesagt haben ist, dass wir nun auch ihre Freunde sind und wenn etwas sein sollte, können wir uns gerne melden, sie werden alles Mögliche für uns einrichten. Hier brauchen Freunde sich nicht anzumelden, sie kommen vorbei und man hat Zeit für sie. Wird es mal zu laut, meckert hier kein Nachbar. Nein, der Nachbar kommt auch rüber und trinkt nen Tee oder nen Wodka mit. So sind sie hier, die Russen, sehr, sehr, sehr herzlich! Pa russki würden wir sagen: Otschen dobrije Ludje! Danke Onkel Kolja, Tante Toma, Wlad, Nastja, Anton, Jana, Egor und Andreij! Ihr habt uns Russlands wahres Gesicht gezeigt und es zu einem unvergesslichen Erlebnis gemacht! Wir werden Euch, die Datscha, die Banja, den Kwas, den Omel und die Piraschki vermissen!

Wir verlassen heute das unendlich weite, schoene, interessante, gewoehnungsbeduerftige Russland und starten Transib Teil 2. Wir melden uns aus dem naechsten Land… Paka!

6 Kommentare

Edi

16 Juli , 2012 at 2:59 pm

Sehr schön geschrieben.

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