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Schwere Arbeit
Laos

Schwere Arbeit

Wir sind wieder mal auf der Suche! Unsere Suche fängt damit an, dass wir uns auf eine 3-stündige Horror- Minivanfahrt, zusammengepfercht mit 10 weiteren Touristen, eingelassen haben. Eine Fahrt, wie auf einem Waschbrett mit 100 Kilometern in der Stunde und Kurven, bei denen man einen Drehwurm bekommt. Wir sind in Nong Khiaw gelandet. Ein Ort, in dem es anscheinend nur einen Jumbo (laotischer Riesen-Tuk-Tuk) gibt, der Preis ist entsprechend und so beschließen RenArtis einen längeren Spaziergang in der sengenden Mittagssonne und mit 10 kg auf dem Rücken vorzunehmen. Wir stellen fest, dass die von Felsen umgebene Stadt aus einem Fluss, zwei Hauptstraßen, einer T-Kreuzung, ein paar Restaurants und einer Brücke besteht. Super, Lage gecheckt!Der schweißtreibende Walk bis zum Fluss war es wert! Wir werden fündig: Ein 5 €- Bungalow, eine Terrasse und eine Hängematte! Wie haben wir es vermisst! 4 ganze Tage haben wir es ohne ausgehalten – es wurde mal wieder Zeit!Was für ein lieblicher Ort! Man hört die Grillen zirpen, die Boote über den Fluss pesen, laotische Karaoke, schallendes Gelächter und Kindergebrüll. Die quiekenden Schlachtschweine erwähnen wir jetzt mal einfach mal nicht, das wollen wir wieder vergessen. Die Zeit scheint hier still zu stehen. Alles wird gemächlich angegangen.Das steckt an. Schlichtweg gesagt: Hier ist die Welt noch völlig in Ordnung! Oder etwa doch nicht?RenArtis kehrt etwas ermüdet vom Spaziergang zur Hängematte zurück und will sich gerade reinwerfen, als wir eine junge Frau bemerken. Sie lässt einen schweren Sack von ihrem Rück plumpsen. Sie sieht erschöpft aus. Renate reicht ihr Wasser und Artis wagt neugierig einen Blick in den Sack. Was er sieht, schockiert ihn: Ein 50l-Sack voller nasser Kieselsteine! Was ihn noch mehr schockiert: Alleine bekommt er den Sack nicht mal angehoben!Wir schauen die Frau fassungslos an. Sie lächelt nur zurück und nimmt noch einen großen Schluck Wasser. Das Mädel, 17 Jahre alt, vor 5 Monaten Mutter geworden, buckelt sich einen ab.Die Oma passt solange auf den Sohnemann auf.Wie können wir hier in der Hängematte lungern, während sie einen Sack nach dem anderen anschleppt? Wir folgen ihr den steilen Hügel runter zum Fluss. Hier ist noch ein Mädel, 24 Jahre alt, ihre Schwester. Bis zur Hüfte steht sie im Fluss und siebt die Kieselsteine aus dem Wasser.Artis packt mit an. Gemeinsam mit dem israelischen Nachbarn  schleppt jeder 5 Säcke hoch. Die Puste ist raus, wir sind k.o. Das Mädel hat uns mit ihren 10 Säcken alt aussehen lassen.Das ist verrückt! Als wir vom Mittag wiederkommen, schleppen sie wieder. Dieses Mal nur Erde, geben sie uns zu verstehen, das sei nicht ganz so schwer. Und wieder lächeln sie fröhlich. Was die Männer machen, wollt ihr wissen? Im Reisebüro sitzen, im Internet surfen, teure Tickets verkaufen, Pickel aus dem Gesicht drücken, graue Haare von den Schädeldecke zupfen und die Straßen als Minivan-Fahrer unsicher machen. (Hier haben wir stark pauschalisiert, es sind zum Glück nicht alle Männer so!)
Will sich noch irgendwer über seinen Job beschweren?
Nein?
Wir auch nicht! Hoffentlich nie wieder.
Als Belohnung verspricht die Gastmutter (die Mutter der beiden) uns eine Tasse Kaffee pro geschlepptem Sack. Kap chai, lai lai! (Vielen Dank!)

In dem Sinne – euch ein frohes Schaffen heute und einen riesen Respekt an die Frauen in Laos!

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Laos

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Wir sind wieder mal auf der Suche! Unsere Suche fängt damit an, dass wir uns auf eine 3-stündige Horror- Minivanfahrt, zusammengepfercht mit 10 weiteren Touristen, eingelassen haben. Eine Fahrt, wie auf einem Waschbrett mit 100 Kilometern in der Stunde und Kurven, bei denen man einen Drehwurm bekommt. Wir sind in Nong Khiaw gelandet. Ein Ort, in dem es anscheinend nur einen Jumbo (laotischer Riesen-Tuk-Tuk) gibt, der Preis ist entsprechend und so beschließen RenArtis einen längeren Spaziergang in der sengenden Mittagssonne und mit 10 kg auf dem Rücken vorzunehmen. Wir stellen fest, dass die von Felsen umgebene Stadt aus einem Fluss, zwei Hauptstraßen, einer T-Kreuzung, ein paar Restaurants und einer Brücke besteht. Super, Lage gecheckt!Der schweißtreibende Walk bis zum Fluss war es wert! Wir werden fündig: Ein 5 €- Bungalow, eine Terrasse und eine Hängematte! Wie haben wir es vermisst! 4 ganze Tage haben wir es ohne ausgehalten – es wurde mal wieder Zeit!Was für ein lieblicher Ort! Man hört die Grillen zirpen, die Boote über den Fluss pesen, laotische Karaoke, schallendes Gelächter und Kindergebrüll. Die quiekenden Schlachtschweine erwähnen wir jetzt mal einfach mal nicht, das wollen wir wieder vergessen. Die Zeit scheint hier still zu stehen. Alles wird gemächlich angegangen.Das steckt an. Schlichtweg gesagt: Hier ist die Welt noch völlig in Ordnung! Oder etwa doch nicht?RenArtis kehrt etwas ermüdet vom Spaziergang zur Hängematte zurück und will sich gerade reinwerfen, als wir eine junge Frau bemerken. Sie lässt einen schweren Sack von ihrem Rück plumpsen. Sie sieht erschöpft aus. Renate reicht ihr Wasser und Artis wagt neugierig einen Blick in den Sack. Was er sieht, schockiert ihn: Ein 50l-Sack voller nasser Kieselsteine! Was ihn noch mehr schockiert: Alleine bekommt er den Sack nicht mal angehoben!Wir schauen die Frau fassungslos an. Sie lächelt nur zurück und nimmt noch einen großen Schluck Wasser. Das Mädel, 17 Jahre alt, vor 5 Monaten Mutter geworden, buckelt sich einen ab.Die Oma passt solange auf den Sohnemann auf.Wie können wir hier in der Hängematte lungern, während sie einen Sack nach dem anderen anschleppt? Wir folgen ihr den steilen Hügel runter zum Fluss. Hier ist noch ein Mädel, 24 Jahre alt, ihre Schwester. Bis zur Hüfte steht sie im Fluss und siebt die Kieselsteine aus dem Wasser.Artis packt mit an. Gemeinsam mit dem israelischen Nachbarn  schleppt jeder 5 Säcke hoch. Die Puste ist raus, wir sind k.o. Das Mädel hat uns mit ihren 10 Säcken alt aussehen lassen.Das ist verrückt! Als wir vom Mittag wiederkommen, schleppen sie wieder. Dieses Mal nur Erde, geben sie uns zu verstehen, das sei nicht ganz so schwer. Und wieder lächeln sie fröhlich. Was die Männer machen, wollt ihr wissen? Im Reisebüro sitzen, im Internet surfen, teure Tickets verkaufen, Pickel aus dem Gesicht drücken, graue Haare von den Schädeldecke zupfen und die Straßen als Minivan-Fahrer unsicher machen. (Hier haben wir stark pauschalisiert, es sind zum Glück nicht alle Männer so!)
Will sich noch irgendwer über seinen Job beschweren?
Nein?
Wir auch nicht! Hoffentlich nie wieder.
Als Belohnung verspricht die Gastmutter (die Mutter der beiden) uns eine Tasse Kaffee pro geschlepptem Sack. Kap chai, lai lai! (Vielen Dank!)

In dem Sinne – euch ein frohes Schaffen heute und einen riesen Respekt an die Frauen in Laos!

15 Kommentare

Olja :)

28 November , 2012 at 5:44 pm

Wahnsinnsartikel! Danke!

Blocks

25 November , 2012 at 9:40 pm

Hallo ihr beiden,auch wenn wir uns nicht so viel melden, wir denken und beten für euch. Es freut uns das es euch gut geht und ihr soviel erlebt. In der Gemeinde fehlt ihr uns, ich muß gerade jetzt an dich Renate denken, weil ich am Musical einüben bin und du jetzt gut dabei sein könntest. Wir hoffen das ihr dann nächstest Jahr gesund wieder nach Hause kommt wir brauchen euch. Liebe Grüße von uns 6 Blocks

RenArtis

26 November , 2012 at 3:39 am

Hallo ihr 6 Blöcke ;-) Das freut uns sehr, dass ihr Euch meldet! Musical hört sich spannend an, wünschen Euch viel Freude und Gottes Segen beim Einüben! :-) Und ihr fehlt uns auch...

Dennis

25 November , 2012 at 11:41 am

Wenn ihr es schafft, schaut doch mal in Chiang Mai/Thailand vorbei. Das ist auch eine sehr schöne Stadt. Von dort aus kann man sehr Tolle Touren in den Djungel machen. In Lampang ist auch eine Elefanten Schule. Dort bin ich auch schon gewesen. Gruß aus Lübbecke

RenArtis

25 November , 2012 at 12:49 pm

Hallo Dennis! Vielen Dank für deine Tipps! Grüße aus dem Regenwald von Laos

Jenny & Viktor

23 November , 2012 at 8:38 am

Das erinnert mich so an das Buch von Nordkorea, wo die Menschen in diesen Straflagern auch Säcke weise Lehm usw. schleppen müssen und wehe jemand kommt vom Weg ab, der wird erschossen. Lasst euch weiter von Gott gebrauchen. Euer neues Heim sieht gemütlich aus!

Dirk Scheffler

22 November , 2012 at 7:39 pm

Artis du könntest auch als Laote durchgehen! ;) Mit dem Sack auf dem Rücken. Vielleicht könnten ein paar ehemalige Kollegen dort einen Schnupperkurs machen! ;) Weiterhin viel Spass ;)

Pa-Ma

22 November , 2012 at 7:34 pm

Artis, hast sehr gut gemacht!!! Üb mal kräftig, wird in Varl beim bauen gut ankommen. Nix mit "ansässig", Renate.

RenArtis

25 November , 2012 at 4:28 pm

Habt ihr die Erlaubnis bekommen?

Andreas

22 November , 2012 at 3:11 pm

Ich bin grade in der Uni und lese eure Abenteuer "Geschichten". Ich beneide eure warmen Orte, denn ohne Winterjacke gehe ich nicht mehr aus dem Haus! Mit den Planungen für den nächsten Sommerurlaub und sehr unmotivierten Tag lese ich die Ereignisse mit den Frauen... SCHOCK! WAS? WAS GEHT? Man vergisst viel zu schnell wie es einem überhaupt gut geht. Man macht sich gedanken über Urlaub. Sitzt in der Uni ohne große gedanken zu machen wie man es finanziert, denn das Bafög Amt zahlt... besser gesagt Deutschland zahlt. Doch trotzdem finden wir jedesmal jemanden zu kritisieren... Danke euch beiden das ihr uns das wahre leben zeigt!!! Gott segne euch

RenArtis

27 November , 2012 at 2:18 pm

Gerne, gerne, Andi! Was machen Eure Planungen für den Sommerurlaub?

Heimlicher Verehererererer

22 November , 2012 at 2:42 pm

ARTIS ich will Kinder von Dir!!! :) Coole Aktion ...

Artis Lehn

22 November , 2012 at 3:45 pm

Ich kann dir welche aus Laos mit bringen!

Thomas

24 November , 2012 at 4:51 pm

Hallo Renartis, ich bin über den Blog von Konrad / Natalia auf euch gestoßen, weil ich nachlesen wollte wie es den beiden einige Zeit nach Ihrer Weltreise geht, die ich auch verfolgt habe. ...und dann ...welch Überraschung...beim Lesen über Euch und Eure Anfänge kam mir einiges bekannt vor ;-) Ich wohne jetzt zwar in Hamburg , komme aber auch aus Espelkamp und bin mehrmals im Jahr dort. In den letzten Tagen habe ich stundenlang Euren Blog nachgelesen und auch hätte auch Lust auf solch eine Reise in 4-5 Jahren. Dann hätte ich allerdings schon die 50 überschritten...ob dann man nicht zu alt für so etwas wäre ?? Auf jeden Fall finde ich Euren Blog super und ich freue mich darauf in Zukunft weiter von Euch zu lesen. Genießt diese Zeit und passt gut auf Euch auf. Liebe Grüße Thomas

RenArtis

25 November , 2012 at 12:52 pm

Hallo Thomas! Man ist nie zu alt! Im nächsten Beitrag werden wir dir den 63 Jahre alten Larry-Leetch (Larry-Blutegel) vorstellen, der mit uns einige Tage im Urwald wandern war. ;-) Danke dass du den Blog gewechselt hast! ;-) Grüße aus Laos Die Chaoten

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