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Singapur – die absolute Reizüberflutung
Philippinen

Singapur – die absolute Reizüberflutung

Wir erreichen Singapur nachts. Die Stadt, deren Flughafen uns schon Großartiges erahnen lässt. Am liebsten würden wir gleich hier bleiben. Vielleicht im angelegten Orchideengarten, der kostenlosen WiFi-Zone, der Chillout-Lounge, oder dem Fitness-Studio. Wozu überhaupt den Flughafen verlassen, wenn es hier doch schon alles gibt?

Doch Artis will unbedingt das Hotel da sehen, auf den drei Stelzen und Renate freut sich schon seit Monaten auf den Zoo. Also verlassen wir schweren Herzens den mit Teppich ausgelegten Flughafen mit einer guten Portion Mc Doof und versprechen ihn noch öfter zu besuchen.

Mitten in der Nacht in der MRT (U-Bahn) unterwegs, dann schwer beladen auf der Straße. In manch anderer Stadt hätten wir uns unsicher gefühlt – nicht so in Singapur. Seltsam, dass allein das Wissen, dass wir uns in einer der saubersten und sichersten Städte der Welt befinden, eine Sicherheit in uns auslöst.

Ausgeschlafen am nächsten Morgen sind wir schon mit der Frage: Wo beginnen wir am besten, überfordert!
Das hört sich gut an! Und guck mal hier, da soll es so einen Park geben. Und da eine Shoppingmall neben der anderen. Und Little India! Und Chinatown? Wann gucken wir uns das an? „Wir wohnen in Chinatown!“, bremsen wir uns. „Das machen wir nebenbei!“ Dann war da doch noch der Zoo und der Markt. Und wo können wir hier Kaugummis kaufen?

Als wir Stunden später dann tatsächlich, ohne Kaugummi natürlich, durch die Straßen Singapurs schlendern, überschlagen sich zuerst unsere Sätze. Wir reden durcheinander. „Wow! Das hier! Und Artis, fotografier das mal! Und Renate, lass uns da hoch laufen!“ Irgendwann jedoch gehen wir einfach nur noch schweigend neben einander her. Zu viel, zu schön, zu groß, zu modern, zu sauber, zu gigantisch. Alles blinkt und glänzt. Auch die zahlreichen Verbotsschilder.

Wir bewundern mit offen stehenden Mündern die beeindruckende Architektur. Ein Kunstwerk stilvoller als das andere. Viele Bauwerke sind mit der Natur verbunden. Pflanzen werden berücksichtigt und mit eingebunden, um der Stadt einen grünen Touch zu verleihen. Und wirklich, teilweise fühlt man sich, als sei man in einem riesen großen Garten.

Zur Mittagszeit werden wir Zeugen der hungrigen Finanzwelt. Tausende Bürohengste- und Stuten laufen uns mit ihren glänzenden Tretern und Highheels beinahe platt, um sich in den Food-Ecken für wenig Geld den Magen voll zu schlagen. Wir in unseren Flip-Flops an den braun gebrannten Füßen, der Capy auf den zotteligen, sonnengebleichten Haaren und den Staub der Philippinen noch an uns haftend, fühlen uns ein wenig fehl am Platz. Überall nur High Society. Zumindest sehen die alle so aus.

Zwischen den Finanzgebäuden reiht sich ein Luxus-Laden an den anderen. Wir ziehen weiter. Von Shoppingmall zu Shoppingmall doch an Shopping ist hier nicht zu denken – nicht unsere Preisklasse. Gucci, Dior, TAG Heuer, Hugo Boss. Das tragen wir vielleicht Second Hand. Aber so? Da müssten wir morgen schon nach Hause fliegen. Wir besabbern nur die blank geputzten Schaufenster und träumen von einer anderen Welt.

Auch die Orchard Road mit seinen zahlreichen Einkaufsläden müssen wir aus finanziellen Gründen verlassen. Also geht es für uns auf den Bugis-Markt. Eine Ansammlung von Verkaufsställen, die eher an einen Nachtmarkt in Bangkok erinnert, als an Singapur. Es ist laut, eng, kitschig und man schafft es trotz allem auch hier arm zu werden. Dieser Markt hat eine geheimnisvolle Verkaufsstrategie: Die Rolltreppen führen immer weiter hoch, somit tiefer und tiefer in den Markt, die zum Kaufen verführen. Die Rolltreppen nach unten, also zum Ausgang, sucht man vergebens. Da muss man schon die unauffällige Tür, versteckt zwischen zahlreichen Klamotten, über ein dunkles Treppenhaus, zum Hinterausgang finden.

Abends liegen wir still schweigend zu zweit in unserem IKEA-Hochbett im 6-Betten-Dorm. Wir zählen keine Schäfchen, sondern Wolkenkratzer und Dollars, die wir für diese Nacht blechen müssen. Bei 237 $ und 352 Wolkenkratzern sind wir immer noch wach – die totale Reizüberflutung.

Wir sind und bleiben eben geizige Landeier – Landeier in Person.

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Singapur – die absolute Reizüberflutung
Philippinen

Singapur – die absolute Reizüberflutung

Wir erreichen Singapur nachts. Die Stadt, deren Flughafen uns schon Großartiges erahnen lässt. Am liebsten würden wir gleich hier bleiben. Vielleicht im angelegten Orchideengarten, der kostenlosen WiFi-Zone, der Chillout-Lounge, oder dem Fitness-Studio. Wozu überhaupt den Flughafen verlassen, wenn es hier doch schon alles gibt?

Doch Artis will unbedingt das Hotel da sehen, auf den drei Stelzen und Renate freut sich schon seit Monaten auf den Zoo. Also verlassen wir schweren Herzens den mit Teppich ausgelegten Flughafen mit einer guten Portion Mc Doof und versprechen ihn noch öfter zu besuchen.

Mitten in der Nacht in der MRT (U-Bahn) unterwegs, dann schwer beladen auf der Straße. In manch anderer Stadt hätten wir uns unsicher gefühlt – nicht so in Singapur. Seltsam, dass allein das Wissen, dass wir uns in einer der saubersten und sichersten Städte der Welt befinden, eine Sicherheit in uns auslöst.

Ausgeschlafen am nächsten Morgen sind wir schon mit der Frage: Wo beginnen wir am besten, überfordert!
Das hört sich gut an! Und guck mal hier, da soll es so einen Park geben. Und da eine Shoppingmall neben der anderen. Und Little India! Und Chinatown? Wann gucken wir uns das an? „Wir wohnen in Chinatown!“, bremsen wir uns. „Das machen wir nebenbei!“ Dann war da doch noch der Zoo und der Markt. Und wo können wir hier Kaugummis kaufen?

Als wir Stunden später dann tatsächlich, ohne Kaugummi natürlich, durch die Straßen Singapurs schlendern, überschlagen sich zuerst unsere Sätze. Wir reden durcheinander. „Wow! Das hier! Und Artis, fotografier das mal! Und Renate, lass uns da hoch laufen!“ Irgendwann jedoch gehen wir einfach nur noch schweigend neben einander her. Zu viel, zu schön, zu groß, zu modern, zu sauber, zu gigantisch. Alles blinkt und glänzt. Auch die zahlreichen Verbotsschilder.

Wir bewundern mit offen stehenden Mündern die beeindruckende Architektur. Ein Kunstwerk stilvoller als das andere. Viele Bauwerke sind mit der Natur verbunden. Pflanzen werden berücksichtigt und mit eingebunden, um der Stadt einen grünen Touch zu verleihen. Und wirklich, teilweise fühlt man sich, als sei man in einem riesen großen Garten.

Zur Mittagszeit werden wir Zeugen der hungrigen Finanzwelt. Tausende Bürohengste- und Stuten laufen uns mit ihren glänzenden Tretern und Highheels beinahe platt, um sich in den Food-Ecken für wenig Geld den Magen voll zu schlagen. Wir in unseren Flip-Flops an den braun gebrannten Füßen, der Capy auf den zotteligen, sonnengebleichten Haaren und den Staub der Philippinen noch an uns haftend, fühlen uns ein wenig fehl am Platz. Überall nur High Society. Zumindest sehen die alle so aus.

Zwischen den Finanzgebäuden reiht sich ein Luxus-Laden an den anderen. Wir ziehen weiter. Von Shoppingmall zu Shoppingmall doch an Shopping ist hier nicht zu denken – nicht unsere Preisklasse. Gucci, Dior, TAG Heuer, Hugo Boss. Das tragen wir vielleicht Second Hand. Aber so? Da müssten wir morgen schon nach Hause fliegen. Wir besabbern nur die blank geputzten Schaufenster und träumen von einer anderen Welt.

Auch die Orchard Road mit seinen zahlreichen Einkaufsläden müssen wir aus finanziellen Gründen verlassen. Also geht es für uns auf den Bugis-Markt. Eine Ansammlung von Verkaufsställen, die eher an einen Nachtmarkt in Bangkok erinnert, als an Singapur. Es ist laut, eng, kitschig und man schafft es trotz allem auch hier arm zu werden. Dieser Markt hat eine geheimnisvolle Verkaufsstrategie: Die Rolltreppen führen immer weiter hoch, somit tiefer und tiefer in den Markt, die zum Kaufen verführen. Die Rolltreppen nach unten, also zum Ausgang, sucht man vergebens. Da muss man schon die unauffällige Tür, versteckt zwischen zahlreichen Klamotten, über ein dunkles Treppenhaus, zum Hinterausgang finden.

Abends liegen wir still schweigend zu zweit in unserem IKEA-Hochbett im 6-Betten-Dorm. Wir zählen keine Schäfchen, sondern Wolkenkratzer und Dollars, die wir für diese Nacht blechen müssen. Bei 237 $ und 352 Wolkenkratzern sind wir immer noch wach – die totale Reizüberflutung.

Wir sind und bleiben eben geizige Landeier – Landeier in Person.

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5 Kommentare

sand.flo

25 Juni , 2013 at 8:40 pm

Das war echt toll da. Ach ja Kaugummis gibt's in der Apotheke :).

RenArtis

29 Juni , 2013 at 9:17 am

Ein paar Tage ohne hält man schon aus. Aber man merkt wie abhängig man auf ein Mal ist, wenn es die Dinger plötzlich nicht zu haben gibt.

a.ko

30 März , 2013 at 11:56 am

jep, Singapur ist hammer!

RenArtis

31 März , 2013 at 12:08 pm

Und wie!

Pa-Ma

25 März , 2013 at 2:32 pm

Ist einfach unglaublich!

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