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Tag 21
Portugal

Tag 21

Start: Campingplatz
Ziel: Porto City
Strecke: –
Fahrzeit: –
Wetter: 28°C ☼
Kiddies: Enie ganz lieb / Matteo weiß nicht, was er will
Eltern: vom gestrigen Abend noch leicht angespannt

Die ersten Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch die Baumkronen auf den Campingplatz. Wir gehören zu den wenigen Menschen, die bereits in aller Frühe wach sind und über das Gelände laufen. Kinder sind halt Frühaufsteher. Länger im Bett bleiben, ist bei uns nicht. Aber dafür werden wir mit schönen Sonnenaufgängen belohnt.

auf-dem-campingplatz

Für heute haben wir einen Plan. Zumindest für den Start in den Tag. Nach dem Frühstück packen wir wie gewohnt die Sachen und fahren in die Stadt. Dort parken wir an der Promenade, um von dort aus mit dem Bus weiter zu fahren. Als wir im Bus sitzen dreht Matteo vor lauter Glück völlig durch! Er kann es selbst nicht glauben:

Er fährt das erste mal ganz bewusst mit uns Bus!
Für uns eine Selbstverständlichkeit, für den kleinen Knirps eine Sensation! Er sitzt mit Renate gleich neben dem Busfahrer ganz vorne. Er redet wie ein Wasserfall und kreischt vor Freude. Es macht mich glücklich. Manchmal wünschte ich mir auch, dass ich mich auch über solch banale Dinge freue. Jedoch ist mir so vieles im Leben zur Normalität und Banalität geworden.

Im Kern der Stadt angekommen, sind wir für den ersten Augenblick etwas orientierungs- und planlos. Bis hier hin ging unser Plan, den wir heute morgens schmiedeten.

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leben-in-porto

Wir irren etwas umher und merken irgendwann, dass wir uns im Kreis drehen. Kurzfristig entscheiden wir uns zum Essen für ein gut besuchtes Lokal. Jedoch ist an gemütliches Sitzen und das Treiben auf der Straße beobachten nicht zu denken. Matteo hat wie immer kein Sitzfleisch. Er reißt sich los und läuft weg. Er läuft und läuft. Ein streuender Hund hat sein Interesse geweckt. Ihm läuft er nun hinter her. Wir wollen natürlich nicht wie Helikoptereltern wirken, jedoch wird es irgendwann knapp. Er kommt der viel befahrenen Hauptstraße immer näher. Und ich brauche auch eine gewisse Zeit um das zu realisieren. Also schmeißt Renate den Stuhl nach hinten und läuft los. In letzter Minute packt sie den kleinen Ausreißer und bringt ihn unter Gebrüll zurück an den Esstisch. Der Junge traut sich langsam immer weiter weg von den Eltern. Das ist neu für uns und wir müssen die Situationen immer wieder neu einschätzen.

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porto

Das Brüllen lässt nicht nach. unsere Sitznachbarn müssen schon sehr vergrault sein. Wir hoffen, dass er sich beruhigt, wenn die Pommes mit Ketchup kommt. Und als die erlösende Pommes kommt, wird der kleine Schreihals wirklich für einen Moment ruhig. Als er dann für einen kurzen Augenblick ruhig wird und Stille einkehrt, erblickt er am anderen Ende der Straße eine weiße Bimmelbahn. „ZUG FAHREN!!!“

Jetzt ist unsere hohe Kunst der Diplomatie gefragt! „Ich will weißen Zug fahren!“ Wir verhandeln und diskutieren, während wir dem Kleinen eine Pommesstange nach der anderen in den Mund schieben. Matteo ist hibbelig. Er will die Touristenbahn fahren. Enie sitzt auf Mamas Schoß, lutscht an einer Pommes und lächelt unsere Sitznachbarn an. Ohne sie, was würden die Leute denken?

Als die Teller halbwegs leer sind, springen wir wie versprochen auf und rennen zur Touristenbimmelbahn.

„Do you like to see the Winecellar of Porto?“ fragt der Ticketverkäufer die gestressten Eltern und hält den gerade los fahrenden Zug noch in letzter Sekunde an. „JA!“ bloß her mit den Tickets. Ist uns egal wo es hin geht! Der Junge braucht jetzt sofort seine Zugfahrt! Ansonsten eskaliert die Situation! Gehetzt springen wir in den Zug und dieser nimmt auch sofort Fahrt auf. Matteo ist befriedigt und der Rest ist erleichtert.

DCIM121GOPRO

Keine 10 Minuten später ist das Geschrei wieder groß! Der Junge will nicht aussteigen. Der Zug hält auf dem Hof einer Winzerei. Hier beginnt unsere angedrehte Weinkellerführung mit einem brüllenden Löwen. Worauf haben wir uns da bloß eingelassen? Die wollen uns am Schluß sicher teuren Wein andrehen, denke ich mir und betrachte das brüllende Kind gerade eher als halb so wild. Schaffen wir schon!

Irgendwann im Weinkeller angekommen verzaubert Matteo die Damen mit seinem Charme und Enie lässt die Herzen mit ihrem Lächeln höher schlagen. Eigentlich ganz toll unsere Kinder. Irgendwann bemerke ich, dass Matteo völlig schwarz ist im Gesicht. Wie ist das möglich? Ich schaue mir seine Hände an: Pechschwarz. Er hat die alten Fässer angepackt. Immer wieder fragt er, ob er ein Fass mitnehmen kann. Wir müssen die Führung abbrechen, da Matteo erst mal sauber gemacht werden muss.

portos-hauptbahnhof

Irgendwann landen wir nun endlich bei der Weinprobe. Ein kurzer Blick ins Weinregal. Mir fällt ein Wein auf, der weit über 500€ kostet. Ich frage freundlich nach dem teuersten Wein. Schlappe 4.995€! Und der Günstigste? Ein Tawny Port für 20€. Geht doch noch und die nette Dame schenkt ein zum Probieren. Renate darf leider noch nicht, sie ist noch stillende Mutti. Also kralle ich mir auch ihre Gläser.

Plötzlich macht Matteo seltsame und doch vertraute Geräusche. Ach du Schei…! Er muss kacken! Jetzt zählt jede einzelne Minute! Ich exe die Gläser mit dem süßen Portwein und renne mit dem Burschen zum Klo in der Hoffnung nicht zu spät zu sein.

Leer gekackt, gestresst und mit vier Gläsern Portwein intus geht es wieder in die Bimmelbahn auf Sightseeingtour.

 

Tag 21
Portugal

Tag 21

Start: Campingplatz
Ziel: Porto City
Strecke: –
Fahrzeit: –
Wetter: 28°C ☼
Kiddies: Enie ganz lieb / Matteo weiß nicht, was er will
Eltern: vom gestrigen Abend noch leicht angespannt

Die ersten Sonnenstrahlen suchen sich ihren Weg durch die Baumkronen auf den Campingplatz. Wir gehören zu den wenigen Menschen, die bereits in aller Frühe wach sind und über das Gelände laufen. Kinder sind halt Frühaufsteher. Länger im Bett bleiben, ist bei uns nicht. Aber dafür werden wir mit schönen Sonnenaufgängen belohnt.

auf-dem-campingplatz

Für heute haben wir einen Plan. Zumindest für den Start in den Tag. Nach dem Frühstück packen wir wie gewohnt die Sachen und fahren in die Stadt. Dort parken wir an der Promenade, um von dort aus mit dem Bus weiter zu fahren. Als wir im Bus sitzen dreht Matteo vor lauter Glück völlig durch! Er kann es selbst nicht glauben:

Er fährt das erste mal ganz bewusst mit uns Bus!
Für uns eine Selbstverständlichkeit, für den kleinen Knirps eine Sensation! Er sitzt mit Renate gleich neben dem Busfahrer ganz vorne. Er redet wie ein Wasserfall und kreischt vor Freude. Es macht mich glücklich. Manchmal wünschte ich mir auch, dass ich mich auch über solch banale Dinge freue. Jedoch ist mir so vieles im Leben zur Normalität und Banalität geworden.

Im Kern der Stadt angekommen, sind wir für den ersten Augenblick etwas orientierungs- und planlos. Bis hier hin ging unser Plan, den wir heute morgens schmiedeten.

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leben-in-porto

Wir irren etwas umher und merken irgendwann, dass wir uns im Kreis drehen. Kurzfristig entscheiden wir uns zum Essen für ein gut besuchtes Lokal. Jedoch ist an gemütliches Sitzen und das Treiben auf der Straße beobachten nicht zu denken. Matteo hat wie immer kein Sitzfleisch. Er reißt sich los und läuft weg. Er läuft und läuft. Ein streuender Hund hat sein Interesse geweckt. Ihm läuft er nun hinter her. Wir wollen natürlich nicht wie Helikoptereltern wirken, jedoch wird es irgendwann knapp. Er kommt der viel befahrenen Hauptstraße immer näher. Und ich brauche auch eine gewisse Zeit um das zu realisieren. Also schmeißt Renate den Stuhl nach hinten und läuft los. In letzter Minute packt sie den kleinen Ausreißer und bringt ihn unter Gebrüll zurück an den Esstisch. Der Junge traut sich langsam immer weiter weg von den Eltern. Das ist neu für uns und wir müssen die Situationen immer wieder neu einschätzen.

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porto

Das Brüllen lässt nicht nach. unsere Sitznachbarn müssen schon sehr vergrault sein. Wir hoffen, dass er sich beruhigt, wenn die Pommes mit Ketchup kommt. Und als die erlösende Pommes kommt, wird der kleine Schreihals wirklich für einen Moment ruhig. Als er dann für einen kurzen Augenblick ruhig wird und Stille einkehrt, erblickt er am anderen Ende der Straße eine weiße Bimmelbahn. „ZUG FAHREN!!!“

Jetzt ist unsere hohe Kunst der Diplomatie gefragt! „Ich will weißen Zug fahren!“ Wir verhandeln und diskutieren, während wir dem Kleinen eine Pommesstange nach der anderen in den Mund schieben. Matteo ist hibbelig. Er will die Touristenbahn fahren. Enie sitzt auf Mamas Schoß, lutscht an einer Pommes und lächelt unsere Sitznachbarn an. Ohne sie, was würden die Leute denken?

Als die Teller halbwegs leer sind, springen wir wie versprochen auf und rennen zur Touristenbimmelbahn.

„Do you like to see the Winecellar of Porto?“ fragt der Ticketverkäufer die gestressten Eltern und hält den gerade los fahrenden Zug noch in letzter Sekunde an. „JA!“ bloß her mit den Tickets. Ist uns egal wo es hin geht! Der Junge braucht jetzt sofort seine Zugfahrt! Ansonsten eskaliert die Situation! Gehetzt springen wir in den Zug und dieser nimmt auch sofort Fahrt auf. Matteo ist befriedigt und der Rest ist erleichtert.

DCIM121GOPRO

Keine 10 Minuten später ist das Geschrei wieder groß! Der Junge will nicht aussteigen. Der Zug hält auf dem Hof einer Winzerei. Hier beginnt unsere angedrehte Weinkellerführung mit einem brüllenden Löwen. Worauf haben wir uns da bloß eingelassen? Die wollen uns am Schluß sicher teuren Wein andrehen, denke ich mir und betrachte das brüllende Kind gerade eher als halb so wild. Schaffen wir schon!

Irgendwann im Weinkeller angekommen verzaubert Matteo die Damen mit seinem Charme und Enie lässt die Herzen mit ihrem Lächeln höher schlagen. Eigentlich ganz toll unsere Kinder. Irgendwann bemerke ich, dass Matteo völlig schwarz ist im Gesicht. Wie ist das möglich? Ich schaue mir seine Hände an: Pechschwarz. Er hat die alten Fässer angepackt. Immer wieder fragt er, ob er ein Fass mitnehmen kann. Wir müssen die Führung abbrechen, da Matteo erst mal sauber gemacht werden muss.

portos-hauptbahnhof

Irgendwann landen wir nun endlich bei der Weinprobe. Ein kurzer Blick ins Weinregal. Mir fällt ein Wein auf, der weit über 500€ kostet. Ich frage freundlich nach dem teuersten Wein. Schlappe 4.995€! Und der Günstigste? Ein Tawny Port für 20€. Geht doch noch und die nette Dame schenkt ein zum Probieren. Renate darf leider noch nicht, sie ist noch stillende Mutti. Also kralle ich mir auch ihre Gläser.

Plötzlich macht Matteo seltsame und doch vertraute Geräusche. Ach du Schei…! Er muss kacken! Jetzt zählt jede einzelne Minute! Ich exe die Gläser mit dem süßen Portwein und renne mit dem Burschen zum Klo in der Hoffnung nicht zu spät zu sein.

Leer gekackt, gestresst und mit vier Gläsern Portwein intus geht es wieder in die Bimmelbahn auf Sightseeingtour.

 

2 Kommentare

die Norwegenbegleiter

2 Februar , 2017 at 8:33 pm

Sicher, dass ihr von eurem Sohn schreibt? Uns kommt das so bekannt vor...bis auf die vier Gläser Portwein :-) Es ist so wohltuend euren Blog zu lesen und wir freuen uns auf unsere Familienzeit im Sommer!!!

RenArtis

4 Februar , 2017 at 8:15 pm

Danke! Schön von euch zu lesen! :-D Ihr werdet es genießen!

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