Menu

A

|

A

Tag 31
Portugal

Tag 31

Standort: Peniche
Wetter: 20°C ☼, leicht bewölkt, abends regnet es
Kiddies: Enie ein Sonnenschein, Matteo das absolute Gegenteil
Eltern: beim Surfen total entspannt

Gleich morgens soll es wieder in’s Wasser gehen. Für zwei Stunden. Ich beeile mich mit dem Frühstück. Jetzt ist Performing gefragt. Abwaschen und danach Enie noch Mal in einen Powernap begleiten, denn den braucht sie morgens immer. Alles klappt wunderbar! Kurz vor knapp erreiche ich den Strand, wo Edgar mein Lehrer und die Gruppe schon auf mich warten.

Das Abwarten der Wellen und das zeitige Anpaddeln klappen heute super. Selbst der Pop up ist sicher. Die Wellen sind heute gnädig und lassen sich super surfen. Edgar motiviert mich, mehr in die grüne Wand zu surfen. Nach dem Unterricht werden wir Anfänger in hohen Tönen gelobt. Vielleicht ist es auch einfach nur eine Masche, um die Schüler am nächsten Tag wieder zu sehen. Aber Spaß hat es heute trotzdem gemacht! Und ich werde morgen garantiert wieder kommen. Voller Elan und Motivation laufe ich zurück zum Campingplatz, auf dem wir die Tage unsere Zeit verbringen.

Das Mittagessen ist schnell zubereitet. Und gleich danach macht sich auch Renate auf den Weg zu ihrer Surflesson. Ich bin ein wenig aufgeregt. Nicht wegen Renate. Nein, eher um mich und Matteo. Während Enie ihren Mittagsschlaf hält, wird Matteo immer ungenießbarer. Eigentlich würde ein Nap auch ihm gut tun und ich hätte nichts dagegen, mich dazu zu legen. Aber als Renate uns beiden grad einen Kuss auf die Wange drückt und geht, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Eigentlich will ich die Situation gar nicht aufschreiben! Aber vielleicht kommen im Leben noch viel schwierigere Situationen mit unseren Kindern. Und dann werde ich (vielleicht auch aus Verzweiflung) mein Tagebuch aufschlagen und über diese Situation nur schmunzeln. Das war ja halb so schlimm damals. Aber aktuell in meiner Situation, bin ich etwas überfordert. Ich kämpfe gerade mit Matteo’s Ausraster. Ich hasse diese Situationen und zum Glück sind sie sehr selten. Ich hasse es, weil ich in diesen Situationen überfordert und machtlos bin. Ich atme ein. Tief ein. Ich rede mir ein, jetzt der stärkere von uns beiden zu sein. Ich will meine Strenge walten lassen. Ich muss autoritär wirken. Ich will der entspannte sein. Ich will der liebende Vater sein. Ja, was denn nun?

Matteo’s ohrenbetäubendes Geschrei hört sicherlich der ganze Campingplatz. Dabei sind wir beide im Bus und die Tür ist zu gezogen. Ich halte den Jungen mit beiden Händen fest und versuche gewaltsam einen Blickkontakt mit ihm herzustellen. Blickkontakt, sowas habe ich mal auf einer Schulung gehört. Ganz wichtig! Ich schaue in verheulte, verklebte und wutentbrannte Augen. Einen kurzen Augenblick lang. „Was ist los?“ Er brüllt weiter. Lautes Kind, lauter Vater.  „WAS HAST DU?“ Als ich ihn grad schütteln will,  reißt der Junge sich aus meinen Händen und fängt an sich selbst zu schlagen. Eigentlich war alles sehr friedlich, bis zu dem Moment als Renate gegangen ist. Ich denke, er wollte mit, aber es ging gerade einfach nicht, da die Enie schläft. Matteo fährt aus seiner Haut. Ich beiße mir vor Wut in die Unterlippe. Sie blutet. Ein Blick nach draußen in den Kinderwagen: Die kleine Enie ist aus dem Schlaf gerissen.

Wütend packe ich den kleinen Schreihals und verfrachte ihn mit aller Gewalt in den Kofferraum: „SO, DAS IST JETZT DEINE AUSZEIT!“ Ich schreie ihn an. Mir ist grad egal, was die Nachbarn denken. Mit aller Gewalt boxt er sich wieder raus. Ich würde am liebsten zurückboxen, aber ich gebe nach. Schluchzend lehnt er sich an die Schiebetür und guckt raus. Ich lehne mich zurück und schließe die Augen.

Stille!

Die Stille wird immer wieder von einem tiefen Schluchzer unterbrochen. Ich frage mich in diesem Moment, wie es eigentlich zu dieser Situation gekommen ist. Was war der Auslöser? Und vor allem, habe ich richtig gehandelt? Meine Unterlippe schwillt langsam an. Ich muss raus zu Enie.

Matteo macht Seifenblasen

Tag 31
Portugal

Tag 31

Standort: Peniche
Wetter: 20°C ☼, leicht bewölkt, abends regnet es
Kiddies: Enie ein Sonnenschein, Matteo das absolute Gegenteil
Eltern: beim Surfen total entspannt

Gleich morgens soll es wieder in’s Wasser gehen. Für zwei Stunden. Ich beeile mich mit dem Frühstück. Jetzt ist Performing gefragt. Abwaschen und danach Enie noch Mal in einen Powernap begleiten, denn den braucht sie morgens immer. Alles klappt wunderbar! Kurz vor knapp erreiche ich den Strand, wo Edgar mein Lehrer und die Gruppe schon auf mich warten.

Das Abwarten der Wellen und das zeitige Anpaddeln klappen heute super. Selbst der Pop up ist sicher. Die Wellen sind heute gnädig und lassen sich super surfen. Edgar motiviert mich, mehr in die grüne Wand zu surfen. Nach dem Unterricht werden wir Anfänger in hohen Tönen gelobt. Vielleicht ist es auch einfach nur eine Masche, um die Schüler am nächsten Tag wieder zu sehen. Aber Spaß hat es heute trotzdem gemacht! Und ich werde morgen garantiert wieder kommen. Voller Elan und Motivation laufe ich zurück zum Campingplatz, auf dem wir die Tage unsere Zeit verbringen.

Das Mittagessen ist schnell zubereitet. Und gleich danach macht sich auch Renate auf den Weg zu ihrer Surflesson. Ich bin ein wenig aufgeregt. Nicht wegen Renate. Nein, eher um mich und Matteo. Während Enie ihren Mittagsschlaf hält, wird Matteo immer ungenießbarer. Eigentlich würde ein Nap auch ihm gut tun und ich hätte nichts dagegen, mich dazu zu legen. Aber als Renate uns beiden grad einen Kuss auf die Wange drückt und geht, nimmt das Schicksal seinen Lauf.

Eigentlich will ich die Situation gar nicht aufschreiben! Aber vielleicht kommen im Leben noch viel schwierigere Situationen mit unseren Kindern. Und dann werde ich (vielleicht auch aus Verzweiflung) mein Tagebuch aufschlagen und über diese Situation nur schmunzeln. Das war ja halb so schlimm damals. Aber aktuell in meiner Situation, bin ich etwas überfordert. Ich kämpfe gerade mit Matteo’s Ausraster. Ich hasse diese Situationen und zum Glück sind sie sehr selten. Ich hasse es, weil ich in diesen Situationen überfordert und machtlos bin. Ich atme ein. Tief ein. Ich rede mir ein, jetzt der stärkere von uns beiden zu sein. Ich will meine Strenge walten lassen. Ich muss autoritär wirken. Ich will der entspannte sein. Ich will der liebende Vater sein. Ja, was denn nun?

Matteo’s ohrenbetäubendes Geschrei hört sicherlich der ganze Campingplatz. Dabei sind wir beide im Bus und die Tür ist zu gezogen. Ich halte den Jungen mit beiden Händen fest und versuche gewaltsam einen Blickkontakt mit ihm herzustellen. Blickkontakt, sowas habe ich mal auf einer Schulung gehört. Ganz wichtig! Ich schaue in verheulte, verklebte und wutentbrannte Augen. Einen kurzen Augenblick lang. „Was ist los?“ Er brüllt weiter. Lautes Kind, lauter Vater.  „WAS HAST DU?“ Als ich ihn grad schütteln will,  reißt der Junge sich aus meinen Händen und fängt an sich selbst zu schlagen. Eigentlich war alles sehr friedlich, bis zu dem Moment als Renate gegangen ist. Ich denke, er wollte mit, aber es ging gerade einfach nicht, da die Enie schläft. Matteo fährt aus seiner Haut. Ich beiße mir vor Wut in die Unterlippe. Sie blutet. Ein Blick nach draußen in den Kinderwagen: Die kleine Enie ist aus dem Schlaf gerissen.

Wütend packe ich den kleinen Schreihals und verfrachte ihn mit aller Gewalt in den Kofferraum: „SO, DAS IST JETZT DEINE AUSZEIT!“ Ich schreie ihn an. Mir ist grad egal, was die Nachbarn denken. Mit aller Gewalt boxt er sich wieder raus. Ich würde am liebsten zurückboxen, aber ich gebe nach. Schluchzend lehnt er sich an die Schiebetür und guckt raus. Ich lehne mich zurück und schließe die Augen.

Stille!

Die Stille wird immer wieder von einem tiefen Schluchzer unterbrochen. Ich frage mich in diesem Moment, wie es eigentlich zu dieser Situation gekommen ist. Was war der Auslöser? Und vor allem, habe ich richtig gehandelt? Meine Unterlippe schwillt langsam an. Ich muss raus zu Enie.

Matteo macht Seifenblasen

Noch gibt es keine Kommentare

Du hast etwas auf dem Herzen?

Bist du höflich und nett,
wird deine Email-Adresse nicht veröffentlicht!