Sparplan

Woher nehmen, wenn nicht stehlen?

Uns beiden wurde klar: JAAA!!!! Wir ziehen das Ding voll durch! Doch unmittelbar nach der großen Euphorie und der Begeisterung wurden wir mit einer Tatsache wieder auf den Boden der Realität gebracht. Die Tatsache war nämlich die: Keine Million auf dem Konto! Wir sind also keine Millionäre, haben keine Eltern die Millionäre sind, haben weder Freunde oder Bekannte die Millionäre sind und mit Lotto klappt es eh irgendwie nicht so richtig. Wir sind zwar beide Vollzeitbeschäftigte, verdienen aber auch keine Millionen. An einen Banküberfall wollen wir erst recht nicht denken, denn dann verbringen wir unsere schöne Reisezeit hinter Gittern ;-)

Fast 2 Jahre vor Beginn unserer Reise mussten wir uns also Gedanken machen, wie wir an das nötige Geld ran kommen. Klar die Bank hat immer Geld, aber nach langen Überlegungen und Recherchen, fassten wir den Entschluss: Reisen und dazu Schulden mit sich herum schleppen ist nicht besonders prickelnd.

Ein Sparplan muss also her! Aber wie spart man? Als Erstes legten wir uns ein Tagesgeldkonto mit guten Zinsen an. Da wurde sofort am Anfang eines jeden Monats ein fester Betrag überwiesen. Da aber die Direktbank auch gute Konditionen für Weltreisende anbietet bzgl. Kreditkarten, stand der Enschluss fest. Wir benutzen die Bank nicht nur zum Sparen sondern auch für’s Reisen.

Und nein, wir wussten das schon vor Matthias Pöhm! Das ist der gute Herr im Video, der das Geheimnis vom Sparen auch kennt…

Das Geheimnis vom Sparen

Ungefähr 1 Jahr vor der Reise mussten wir unseren Sparplan konkretisieren: Gott hat es so wahnsinnig gut geführt, dass wir am Zensus 2011 teilnehmen konnten und so ein wenig gutes Geld verdienen konnten. Darüber hinaus hat Artis einen sehr guten Nebenjob auf einem Bauernhof angenommen, was uns auch zusätzliches Geld in die Reisekasse gespült hat. Aber auch ohne Nebenjob und Zensus kann man sparen, indem man z.B. anstatt 8 Mal die Woche nur noch 1 Mal in’s Kino geht ;) . Außerdem kann man sich das Getränk auch von zu Hause mitreinschmuggeln, denn das im Kino ist wirklich, wirklich, wirklich Wucher und sowas darf man nicht unterstützen ;)

An die Damen in der Runde: Ein paar Shoppingtouren fallen weg und man überlegt sich einfach ein paar Mal mehr, ob man den Schal jetzt wirklich braucht. Mein Schrank ist immer noch voll und SO altmodisch bin ich (Renate) ja nicht gekleidet, oder? ;)

An die Herren in der Runde: Ein paar Bierchen weniger in der Kneipe. Hat 2 positive Gründe. 1. Man behält seine schlanke Linie und bleibt fitt und 2. spart man auch ein wenig für die Reise. Und bezüglich Auto haben wir auch noch ein Takt zu sagen: Man(n) kann sich im Vorfeld schon ein etwas sparsameres und wirtschaftliches Auto anschaffen (auch wenns etwas hässlich aussieht), im Endeffeckt muss es ja einen nur von A nach B transportieren.

Außerdem hat uns der Trödelmarkt noch einiges in die Reisekasse gebracht. Klamotten die man nicht trägt, oder Blödsinn, den man sich mal gekauft, oder auch geschenkt bekommen hat, Kram, den man gesammelt hat, kauft immer irgendein Dummer :)

Trödelmarkt


Ein Dreivierteljahr vor der Reise sind wir noch konkreter geworden: Wir haben im Vertrauen auf Gott spontan unsere Wohnung gekündigt, um Miete einzusparen und hoffentlich was Kleines, Günstiges zu finden. Das haben wir auf den letzten Drücker dann auch gefunden, wo wir 2 Monate gelebt haben. Es waren die schnuckeligsten 16m² mit der größten Terrasse ever! Aber seht selbst:

Umzug
Wohnwagen Live
Frühstück im Freien, durchfrorene Nächte (JA, es war bereits Oktober!), Freiheitsgefühle, kochen auf einer einzigen Herdplatte, Miniminiminibackofen, wo man gerade mal eine halbe Pizza backen konnte, sanfter Regen, der auf’s Dach prasselt, welcher sich allerdings anhört, wie eine kommende Sintflut…Der Wind pfeift in allen Ritzen und wir haben unsere Schlaftüten unter Extrembedingungen testen können. Ach ja, aber schön war die Zeit :D

Filmtipp: Into the wild

Als es aber im Anhänger zu kalt wurde, mussten wir eine weitere Bleibe finden, da der Winter, und dieser sollte ein harter, langer Winter werden, langsam aber sicher auf uns zu kam. Gute Freunde von uns haben ein schönes, neues, großes, warmes Haus, welches von uns Chaoten bewohnt werden wollte. Dank ihres großen Erbarmens und den 2 Zimmern mit super Ausblick und wahnsinnig gutem Schnitt, haben wir diesen Winter überlebt. Ein GROßES Dankeschön an Viktor und Jenny(fer), die ihr eigentliches Schlafzimmer an uns vergeben haben und sich in das Mini-Gästezimmer verkrochen haben. Gott vergelte es euch! Danke für die Mopeds* am Frühstückstisch und vieles mehr. ;-) You’re fantastic!

* Mopeds = Frühstückseier, Brötchen, Tasse, u.v.m.